Sondennahrung

Dosierung, Kostaufbau

Die Verabreichung von Sondennahrung kann auf zwei verschiedene Arten durchgeführt werden. Es wird unterschieden zwischen der kontinuierlichen und der intermittierenden Ernährung.

  • Kontinuierliche Ernährung / Dauertropf: Bei der kontinuierlichen Ernährung wird die Nahrung ohne Ernährungspausen mit einer definierten Fließgeschwindigkeit zugeführt (z.B. mit 125 ml pro Stunde). Diese Ernährungsform wird auch als Dauertropfapplikation bezeichnet. Die kontinuierliche Nahrungsgabe ist immer dann angezeigt, wenn die Sondenspitze im Dünndarm liegt. Sie kann allerdings auch in bestimmten Situationen bei gastraler Sondenlage sinnvoll sein. Die kontinuierliche Applikation kann mit Hilfe einer Ernährungspumpe oder mit Schwerkraft (nur gastral) erfolgen.
  • Intermittierende Ernährung: Die intermittierende Ernährung ist durch das Einhalten ernährungsfreier Intervalle gekennzeichnet. Die Nahrungsportion wird tropfenweise über einen bestimmten Zeitraum verabreicht. Zwischen den Nahrungsgaben werden Pausen eingehalten (z. B. alle 2 Stunden werden 250 ml Nahrung appliziert). Die intermittierende Ernährung ist nur bei gastraler Sondenlage möglich und sollte mit Hilfe einer Ernährungspumpe erfolgen.
  • Bolusapplikation: Die intermittierende Applikation wird gelegentlich auch als Bolusapplikation bezeichnet. Im Zusammenhang mit enteraler Ernährung sollte der Begriff Bolus jedoch nicht verwendet werden, da die Bolusapplikation im eigentlichen Sinne die Verabreichung einer Substanz per Spritze in einem sehr kurzen Zeitraum ist.

Häufig kommt es bei dieser Applikationsform zu unerwünschten Begleiterscheinungen wie Erbrechen und Durchfällen, weil in der „Praxis“ die Betitelung „Bolusapplikation“ falsch interpretiert wird. Auch bei dieser Applikationsform gilt: Langsame Gabe über mehrere Minuten und nicht im Bolus, denn bei der portionsweisen Gabe von Sondennahrung muss aus physiologischen Gründen eine Zeitspanne eingehalten werden, die in etwa der Zeit der normalen oralen Nahrungsaufnahme entspricht. Dies sind ca. 20 Minuten für eine Portion von 200 ml.

Kostaufbau bei gastraler Ernährungstherapie

Der Kostaufbau der enteralen Ernährungstherapie sollte grundsätzlich einschleichend erfolgen. Über einen Zeitraum von wenigstens 3 – 5 Tagen muss die zu applizierende Gesamtmenge wie auch die Menge pro Zeiteinheit stufenweise gesteigert werden.

Dosierungsschemata (siehe Beispiel Einschleichphase nachfolgend). Hierbei muss jedoch unterstrichen werden, dass die Toleranz und Adaptionsprozess von Ernährungssubstraten bei jeder/m Betroffenen unterschiedlich abläuft.

Allgemeine Dosierungsempfehlung

Einschleichphase für intermittierende Applikation mit einer Ernährungspumpe

 Tag

Gesamtdosis
Sondennahrung
in ml

Dosierung
in ml/h

Bolusintervall

 1

   500

 5 x 100

 alle 3 Stunden

 2

   980

 7 x 140

 alle 2 Stunden

 3

 1020

 6 x 170

 alle 2 Stunden

 4

 1470

 7 x 210

 alle 2 Stunden

 5

 1920

 8 x 240

 alle 2 Stunden

Bei beiden Dosierungsempfehlungen gilt: Bei Diarrhoe, Übelkeit, Völlegefühl, Würgereiz, Erbrechen auf die Dosierung vom Vortag zurückgehen.

Allgemeine Dosierungsempfehlung

Einschleichphase für kontinuierliche Applikation mit einer Ernährungspumpe

Tag 

Gesamtdosis
Sondennahrung
in ml

Dosierung
in ml/h

 Laufzeit

 1

   500

   50

 10

 2

 1000

   80

 10,5

 3

 1000

 100

 10

 4

 1500

 120

 12,5

 5

 2000

 180

 11,1

Bei beiden Dosierungsempfehlungen gilt: Bei Diarrhoe, Übelkeit, Völlegefühl, Würgereiz, Erbrechen auf die Dosierung vom Vortag zurückgehen.

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