Therapiebereich

Wachkoma

Aus der Praxis
Wie gehen wir mit unseren Menschen im Wachkoma um?
Bericht des Angehörigen Lothar Ludwig (Bundesvorsitzender SHV – FORUM GEHIRN e.V.)

Literatur
Das andere Leben
Ein Ratgeber für Betroffene und ihre Familien
Bestellung über SHV – FORUM GEHIRN e.V.
Preis 7,90 € zzgl. Porto
info@SHV-FORUM-GEHIRN.de

Wachkoma / Apallisches Syndrom / Coma Vigile

Medizinisch betrachtet ist Wachkoma die Folge eines Funktionsausfalls der Großhirnrinde nach einer schweren Hirnschädigung, wobei das Stammhirn weitgehend intakt und die Vitalfunktionen erhalten bleiben.

Folge ist eine Bewusstseinsstörung, die im Einzelfall sehr unterschiedliche Formen annehmen und in unterschiedlicher Intensität auftreten kann.

Der/die Betroffene kann nicht mehr aktiv handeln und nicht mehr adäquat auf Reize reagieren.

Eine Rückbildung des apallischen Syndroms durch intensive rehabilitative Maßnahmen ist möglich (Remission)

Häufig aber ist die Schädigung irreversibel und der/die Betroffene braucht dauerhaft Hilfe.

RehaPhasen

Phase A:

  • Akutbehandlung >Intensivstation

Phase B:

  • Frührehabilitation
  • Frühreha mit noch meist schweren Bewußtseinstörungen.
  • Der Patient ist noch inkontinent, künstlich ernährt, Intensivmedizinische Behandlungsmöglichkeiten sollten noch vorgehalten werden.
  • Aufnahmekriterien:
    • nicht mehr dauerhaft beatmungspflichtig,
    • kreislaufstabil,
    • Verletzungen versorgt, Knochenbrüche übungsstabil
    • Kein Hirndruck

Phase F:

  • Aktivierende Reha
  • Trotz aller medizinischen und rehabilitativen Bemühungen in der Akutbehandlung und in den nachfolgenden Behandlungsphasen (meist schon nach Phase B) , bleiben bei einer Reihe von neurologischen Patienten schwerste Schädigungen bestehen!
  • Vom apallischen Syndrom bis zu verschiedenen Graden von Fähigkeitsstörungen (oft auch mit Mehrfachbehinderungen)
  • Diese Rehabilitationsphase ist auf Langzeit angelegt.

Empfehlung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation zur stationären Langzeitpflege und Behandlung von Menschen mit schweren und schwersten Schädigungen des Nervensystems in der Phase F zum Download


Zustand Koma

Biologische Fähigkeitsmerkmale:

  • Herztätigkeit
  • Körpertemperaturregelung
  • Atemanreiz (cave: kein Atemreflex = Verdacht auf Hirntod!)
  • Schwitzen

Zustand Wachkoma

Basale Fähigkeitsmerkmale:

  • Wachphasen
  • Schlafphasen
  • Erleben von Belastungsmomenten (Patient öffnet z.B. beim seitlichen Drehen die Augen)
  • Spontanatmung (auch wenn die Atmung mit einem Respirator unterstützt werden muss)
  • keine emotionale Reaktion
  • lange Schlaf- und kurze Wachphasen in Abhängigkeit von Belastungsmomenten
  • Augen sind für längere Zeit geöffnet
  • Reflektorische Primitivmotorik auf Schmerzreize und Pflegerische Maßnahmen
  • Ausgeprägter Muskeltonus (Spastik)

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