Die gesetzlichen Krankenkassen haben 2017 rund 76 Millionen Euro für die Förderung ambulanter Hospizdienste ausgegeben – vier Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Damit hat sich die Fördersumme seit dem Jahr 2010 mehr als verdoppelt, damals lagen die Zuwendungen bei 33 Millionen Euro. Hauptförderer der ambulanten Hospizdienste waren 2017 mit 28 Millionen Euro die Ersatzkassen. Auch die Zahl der bezuschussten Hospizdienste stieg 2017 erneut: Bundesweit 915 Anbieter wurden unterstützt, 200 mehr als im Jahr 2010 (2016: 893). Mit den Geldern fördern die Krankenkassen die häusliche Begleitung sterbenskranker Menschen, u. a. durch Zuschüsse zu den Personalkosten, zu Fahrt- und anderen Sachkosten der Dienste sowie zur Qualifizierung von ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Ulrike Elsner, Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), würdigte insbesondere den Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter: „Mit ihrem Engagement sind die Ehrenamtlichen eine wichtige Stütze für Betroffene und ihre Angehörigen. Ihrem Einsatz ist mit zu verdanken, dass vielen sterbenskranken Menschen ein großer Wunsch erfüllt wird und sie die letzte Zeit ihres Lebens zu Hause verbringen können. Dafür verdienen sie große Wertschätzung und Anerkennung.“ Elsner erinnerte daran, dass bei den geförderten Diensten aktuell fast 40.000 Ehrenamtliche Betroffenen am Lebensende zur Seite stehen. Die Freiwilligen hatten 2016 mehr als 53.000 Patienten begleitet.

Seit 2017 unterstützen die gesetzlichen Krankenkassen zudem besonders die Arbeit von Kinderhospizen. Derzeit 21 Einrichtungen mit insgesamt 211 Plätzen erhalten seitdem Vergütungen für zusätzliches Personal sowie eine kind- bzw. familiengerechte Ausstattung. Die Vergütung beträgt derzeit durchschnittlich 481 Euro pro Tag und Patient, das sind 231 Euro mehr als der gesetzliche Mindesttagessatz. Dies ermöglicht beispielsweise, dass die Eltern der betroffenen Kinder in den Einrichtungen mit untergebracht werden können.

Die Begleitung durch stationäre Hospize und ambulante Hospizdienste ist für Versicherte kostenlos. Weitere Informationen zu den Anbietern gibt es direkt bei den Ersatzkassen.

Hintergrund:
Das Hospiz- und Palliativgesetz regelt u. a., dass die gesetzlichen Krankenkassen neben den Personal- auch die Sachkosten von ambulanten Hospizdiensten fördern. Das Gesetz war Ende 2015 in Kraft getreten. Die zusätzlichen Fördermittel erhalten die Dienste seit 2016.

Quelle: vdek

Jetzt startet das neue Kapitel: Die ZytoService Deutschland GmbH darf nach gestriger Zustimmung
durch das Kartellamt die Herstellungskapazitäten der GHD GesundHeits GmbH Deutschland Tochter
Profusio für die Herstellung von patientenindividuellen Zytostatika in Haan, München und Leipzig
übernehmen. Die GHD GesundHeits GmbH Deutschland fokussiert sich mit ihren verbleibenden Herstellungskapazitäten
bei der Alphamade Berlin und der Profusio Greven auf die Herstellung von patientenindividuellen
Parenteralia für die parenterale Ernährung und für spezielle Infusionstherapien.
Der Übergang der patientenindividuellen Zytostatika–Herstellung auf die ZytoService Deutschland
GmbH wird jetzt kurzfristig erfolgen.
Von dieser Vereinbarung werden die Mitarbeiter beider Unternehmen profitieren, denn durch die Fokussierung
beider Unternehmen auf ihre jeweiligen Stärken werden neue Arbeitsplätze geschaffen
und alle Bestehenden erhalten.
Über diesen Zeitpunkt hinaus wollen beide Unternehmen intensiv zusammenarbeiten, sich gegenseitig
fördern und ihre Fachkompetenz gemeinsam nutzen, um die bestehenden Herstellungskapazitäten
optimal auszulasten.
„Ich freue mich, dass das Kartellamt so zeitnah seine Zustimmung erteilt hat“, so Andreas Rudolph,
Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der GesundHeits GmbH Deutschland Unternehmensgruppe.
„Für unsere Unternehmensgruppe ist die ganzheitliche, ambulante Versorgung von
Patienten in ihrer Häuslichkeit der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Hier werden wir mit qualifiziertem
Personal die Menschen mit allem Notwendigen – also von der patientenindividuellen Ernährung bis
hin zur Gehhilfe – als Komplettanbieter und mit hoher Kompetenz und Qualität versorgen. Nach meiner
Überzeugung wird in der Zukunft in diesem Bereich die Komplettversorgung „aus einer Hand“ immer
wichtiger und der entscheidende Marktvorteil sein.“
„ZytoService Deutschland GmbH freut sich über die Chance“, ergänzt Herr Enno Scheel, Gesellschafter
und Geschäftsführer von der ZytoService Deutschland Unternehmensgruppe, „unsere Herstellungskapazitäten
im Bereich der Zytostatika-Herstellung so auszuweiten, dass wir mit den zusätzlichen
Herstellungsstandorten eine schnelle und regionale Versorgung mit patientenindividuellen Zytostatika
deutschlandweit realisieren können. Die GMP–konforme Herstellungsqualität, gepaart mit
regionalen Herstellungskapazitäten, bietet den Apotheken den Vorteil, dass wir sie mit den notwendigen
Zytostatika für ihre Patienten sicher, schnell und mit hoher Qualität versorgen können.“

V.i.S.d.P.:

Andreas Rudolph                                                      

Gesellschafter und
Vorsitzender der Geschäftsführung

GHD GesundHeits GmbH Deutschland 

Fritz-Reuter-Str. 2

22926 Ahrensburg

Tel.: 04102 / 51 67 15
Fax: 04102 / 51 67 11

Enno Scheel

Gesellschafter und Geschäftsführer

ZytoService Deutschland GmbH

Albert-Schweitzer-Ring 18

22045 Hamburg

Tel.: 040 / 600094004
Fax: 040 / 600094090

Berlin, 4. Januar 2017 – Die Kosten für Heil- und Hilfsmittel sind massiv gestiegen. Allein bei der BARMER haben die Gesamtausgaben für Hilfsmittel im Jahr 2016 erstmals die Schwelle von einer Milliarde Euro überschritten. Das geht aus dem aktuellen BARMER Heil- und Hilfsmittelreport 2017 hervor. Demnach stiegen allein die Ausgaben für Hilfsmittel um rund neun Prozent, das entspricht einem Zuwachs von rund 84 Millionen Euro. Ähnlich stellt sich die Situation bei den Heilmitteln dar. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um etwa drei Prozent, was einem Plus von rund 26 Millionen Euro entspricht. Die Anzahl der Versicherten, die Heil- und Hilfsmittel erhielten, blieb im selben Zeitraum jedoch nahezu identisch. „Heil- und Hilfsmittel sind ein wichtiger Teil der medizinischen Versorgung. Umso wichtiger ist, dass allein die medizinische Notwendigkeit und nicht regionale Besonderheiten die Verordnung von Heilmitteln wie Physiotherapie bestimmen“, forderte Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER. Diese Entwicklung sei keineswegs neu. Seit dem Jahr 2013 hätten die Kosten für Heilmittel mittlerweile um 19 und die Ausgaben für Hilfsmittel um 18 Prozent zugelegt.

Enorme regionale Unterschiede bei den Ausgaben

Seine Forderung stützt Straub auf die enormen regionalen Unterschiede in der Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln. In der Physiotherapie, dem mit Abstand größten Block unter den Heilmitteln, sind die Ausgaben je Versicherten in den Jahren 2015 und 2016 um jeweils fast fünf Prozent gestiegen. Betrachtet man die Physiotherapie-Ausgaben pro Versicherten nach Bundesland, fällt eine enorme Spannbreite auf. Sie reichte im Jahr 2016 von 50 Euro in Bremen bis zu 81 Euro in Sachsen und rund 82 Euro in Berlin. „Die regionalen Differenzen bei den Ausgaben sind derart groß, dass sie durch unterschiedliche Häufigkeit oder Schwere der Erkrankungen nicht zu erklären sind. Die Versorgung in den einzelnen Ländern fällt offenbar unabhängig von medizinischen Notwendigkeiten stark unterschiedlich aus“, betonte Straub. Hier seien dringend weitere Untersuchungen notwendig. Es bedürfe keines Blickes in die Glaskugel, um weiter steigende Ausgaben für Heilmittel zu prognostizieren. Dies liege unter anderem am Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz, das im April 2017 in Kraft getreten ist. Mit dem Gesetz wurde die Bindung der Budgetsteigerungen an die Grundlohnsumme aufgehoben. Leistungserbringer erzielen mit dem Wegfall dieser sinnvollen Orientierungsgröße deutlich höhere Vergütungsanhebungen. Das Gesetz sehe außerdem Modellregionen vor, in denen die Heilmittelerbringer Art, Dauer und Häufigkeit der Therapie selbst festlegen können. Der Arzt erhebe lediglich die Diagnose auf einem sogenannten „Blanko-Rezept“. „Es besteht die Gefahr erheblicher Kostensteigerungen, wenn Patienten länger oder aufwändiger behandelt werden, als es rein medizinisch notwendig wäre. Hier darf der Zusammenhang zwischen einer bestmöglichen, aber auch wirtschaftlich klugen Versorgung nicht aus dem Auge verloren werden, zumal der Heil- und Hilfsmittelreport der BARMER bereits für die Jahre 2015 und 2016 deutliche Mehrausgaben aufzeigt“, betonte Straub.

Auffälligkeiten in der Versorgung

Der Report deckt einige Besonderheiten in der Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln auf, die sich nicht ohne weiteres erklären lassen. Es gibt beispielsweise deutliche Unterschiede bei den Geschlechtern. So erhalten Frauen häufiger als Männer Hilfsmittel (29 gegenüber 22 Prozent). Bei den Heilmitteln ist der Unterschied noch größer. Hier bekommen 26 Prozent der Frauen, aber nur 17 Prozent der Männer eine Verordnung. „Auffälligkeiten, wie sie der Heil- und Hilfsmittelreport zeigt, müssen weiter untersucht werden. Denn sie können auch ein Hinweis darauf sein, dass Versorgungsentscheidungen nicht durchgehend evidenzbasiert erfolgen“, so Reportautor Prof. Dr. Daniel Grandt vom Klinikum Saarbrücken.

Die Vollversion des Barmer Heil- und Hilfsmittelreports mit 162 Seiten finden Sie unter folgendem Link:

https://www.barmer.de/presse/infothek/studien-und-reports/heil-und-hilfsmittelreport/barmer-heil-hilfsmittel-report-2017-139728

Quelle: Barmer

Als erstes Bundesland öffnet die Stadt Hamburg ihren Beamten mit einer pauschalen Beihilfe die GKV. Mit der Regelung erhalten Beamte auf Wunsch vom 1. August 2018 an statt individueller Beihilfe den hälftigen Beitrag zu einer gesetzlichen oder privaten Krankenvollversicherung. «Mit der bundesweit einmaligen Regelung schreibt Hamburg Sozialgeschichte. Ein moderner Sozialstaat sichert alle gleichermaßen ab und grenzt niemanden aus», sagt Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) heute. Hamburg leiste mit der Reform einen Beitrag, das Krankenversicherungssystem zu modernisieren und für mehr Wettbewerb zu sorgen.

 

Beamte sind bislang faktisch gezwungen, sich ergänzend zur Beihilfe privat zu versichern, da es in der Gesetzlichen Krankenversicherung dazu keine Möglichkeit gibt. Eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung musste bisher von Beamten in vollem Umfang selbst getragen werden. Mit dem vom rot-grünen Senat beschlossenen Reformvorschlag wird nun die hamburgische Beihilfe GKV-kompatibel ausgestaltet.

Quelle: dpa

3. Wunddialog des BVMed

Eine interdisziplinär und interprofessionell besetzte Arbeitsgruppe will bis Ende 2018 ein Konzept erarbeiten, wie sich die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden in Deutschland nachhaltig verbessern lässt. Darauf haben sich die Teilnehmer am 3. Wunddialog des Bundesverbands Medizintechnologie, BVMed, am 6. Dezember 2017 in Berlin geeinigt. Die Experten aus verschiedenen Versorgungsbereichen sollen vor allem Empfehlungen für den Aufbau von Strukturen erarbeiten, die eine effektivere Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen und Berufe ermöglichen. Weitere Kernthemen des Wunddialogs waren die Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegekräften, Fragen der Wirtschaftlichkeit und die anstehende Neudefinition von Verbandmitteln durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

 

Die Ergebnisse des BVMed-Wunddialogs in den Jahren 2015 und 2016 hatten bereits gezeigt, dass für eine optimierte Wundversorgung vor allem die Förderung von Strukturmaßnahmen notwendig ist. In diesem Jahr standen die gesundheitspolitischen Herausforderungen für eine verbesserte Versorgung im Mittelpunkt. Denn tragfähige Lösungen werden dringend gebraucht: In Deutschland leiden etwa 900.000 Menschen an chronischen Wunden. Sie sind auf eine professionelle Behandlung und Pflege sowie die Versorgung mit den richtigen Verbandmitteln angewiesen. An welchen Punkten müssen Veränderungen ansetzen? Die Expertenrunde in Berlin trug dafür zahlreiche Ideen zusammen.

In seinem einleitenden Vortrag gab Dr. Wolfgang Paul Tigges, Gefäßchirurg und Chefarzt des Agaplesion Diakonieklinikums Hamburg, einen Überblick über die Komplexität der Wundversorgung und aktuelle Herausforderungen. Er hält vor allem eine bessere Vernetzung von Fachärzten, Hausärzten und Pflegediensten für notwendig. „Wir brauchen mehr Durchlässigkeit“, so Tigges. Viele Komplikationen bis hin zu Amputationen seien vermeidbar, wenn bestehende Defizite bei Diagnose und Therapie abgebaut würden. Auch Hausärzte, Dermatologen oder Chirurgen bräuchten mehr Wissen, beispielsweise zu Kompressionstherapien. Aus- und Weiterbildung seien entscheidend. „Eine Zusatzweiterbildung ‚Wundarzt‘ ist notwendig“, betonte Tigges. Ebenso brauche es definierte Qualitätskriterien für die spezialisierte Wundbehandlung. Außerdem empfiehlt er, dass die Wundexperten sich stärker in Gremien wie dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) einbringen. Über das Antragsrecht von Patientenvertretern gebe es hier gute Möglichkeiten.

Anke Richter vom Hausärzteverband Westfalen-Lippe machte auf die Situation speziell in ländlichen Regionen aufmerksam. In ihrer Hausarztpraxis in Bad Oeynhausen sehe sie sich regelmäßig mit Anforderungen für Verbandmittel konfrontiert, deren – medizinische und wirtschaftliche – Angemessenheit sie nur schwer überprüfen könne. „Im Zweifel bleibt nur der Hausbesuch“, so Richter. Für die effektive Versorgung chronisch Kranker hält sie multidisziplinäre Teams aus Hausärzten, Medizinischen Fachangestellten, Pflegekräften und Physiotherapeuten für den richtigen Weg – unterstützt durch eine moderne IT-Infrastruktur. Die Rolle der Hausärzte sieht sie weiterhin in der Steuerung und Koordination: „Bei uns in den Praxen werden auch weiterhin alle Fäden zusammenlaufen.“

Aus dem Alltag der Pflegedienste in der ambulanten Versorgung berichtete der Krankenpfleger Carsten Hampel-Kalthoff von ORGAMed Dortmund. Bei einer durchschnittlichen Vergütung von elf Euro und einem Zeitbudget von weniger als einer halben Stunde pro Verbandswechsel könne niemand kostendeckend arbeiten. Vom Aufräumen bis zur Grundpflege sei oft eine Vielzahl von Arbeiten zu erledigen, bevor mit der eigentlichen Wundversorgung begonnen werden könne. Er bemängelte auch die unterschiedlichen Vergütungsstrukturen der Bundesländer. Außerdem führe der zunehmende Wettbewerb unter den Pflegediensten zu schlechteren Leistungen. „Letztlich zahlt der Patient mit Lebensqualität“, so Hampel-Kalthoff. Er fordert grundlegende strukturelle Veränderungen.

Als Vertreter der Hersteller bestätigte Uwe Drechsler vom BVMed die auf-gezeigten Punkte aus seiner eigenen Erfahrung als Krankenpfleger. Er erinnerte an die gesetzlichen Regelungen im § 31 SGB V Abs. 1, wonach Versicherte einen Anspruch auf Versorgung mit Verbandmitteln haben, sowie auf die neue gesetzliche Legaldefinition im Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG). „Wir Hersteller sehen uns in der Verantwortung, alle Beteiligten immer richtig zu informieren“, so Drechsler. Schon das sei eine Herausforderung. Frank-Ulrich Schmidt vom GKV-Spitzenverband fasste die Grundfrage aus Sicht der Kostenträger so zusammen: „Was wird warum durch wen und wo angewendet?“ Eine Definition des Verbandmittels durch den G-BA werde zwar bald vorliegen. Vor allem in der Evidenz zu einzelnen Anwendungen und Produkten gäbe es aber Nachholbedarf. Auch bemängelte er, dass die Leitlinien zur Wundversorgung allesamt veraltet seien.

Einig waren sich die Experten darin, dass es bereits gute Beispiele für eine vernetzte und gute Versorgung von Wundpatienten gibt, wie das Kölner Fußnetz für die Behandlung des diabetischen Fußsyndroms. Nun gehe es darum, solche Ideen aufzugreifen und in die Fläche zu tragen. Ob dafür komplett neue Strukturen geschaffen werden oder ob man auf Vorhandenem aufbaut – dafür müssen nun gemeinsame Empfehlungen im Konsens erarbeitet werden. In einer interdisziplinär und interprofessionell besetzten Arbeitsgruppe – mit Vertretern unter anderem der Ärzteschaft, der Pflege, der Kostenträger und der Hersteller – soll ein konkretes Konzept zur optimierten Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden entstehen. Ergebnisse sollen noch 2018 vorliegen.

 

Quelle: BVMed – Bundesverband Medizintechnologie e. V.

GKV-Spitzenverband, BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE), Deutsche Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater – QUETHEB e. V., Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband (VDD) e. V., Verband für Ernährung und Diätetik (VFED) e. V.

 

Zum Beginn des nächsten Jahres wird die Heilmittelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung erweitert: Neben Podologie, Physio-, Ergo-, Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie gehört dann auch die Ernährungstherapie für Patienten mit Mukoviszidose oder einer seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankung dazu. Den entsprechenden Beschluss hatte der Gemeinsame Bundesausschuss Mitte März dieses Jahres gefasst. Mit den Rahmenempfehlungen für dieses neue Heilmittel haben der GKV-Spitzenverband, der BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE), die Deutsche Gesellschaft der qualifizierten Ernährungstherapeuten und Ernährungsberater – QUETHEB e. V., der Verband der Diätassistenten – Deutscher Bundesverband (VDD) e. V. und der Verband für Ernährung und Diätetik (VFED) e. V. die Grundlagen dafür geschaffen, dass die Ernährungstherapie pünktlich ab 1. Januar 2018 verordnet und erbracht werden kann.

 

Mehr Versorgungsmöglichkeiten für Betroffene

Für Patienten, die an Mukoviszidose leiden, ist die Ernährungstherapie ein wesentlicher Teil der Behandlung, um vor allem Mangel- oder Unterernährung zu vermeiden. Denn die Erkrankung beeinträchtigt nicht nur die Atem-, sondern auch die Verdauungsfunktionen des Körpers bei gleichzeitig erhöhtem Energiebedarf. Bei Menschen mit seltenen angeborenen Stoffwechselerkrankungen sind diätetische Maßnahmen alternativlos, um den Stoffwechseldefekt zu umgehen, die Anhäufung von toxischen Stoffwechselzwischenprodukten zu vermeiden und so zu einer altersgerechten körperlichen und geistigen Entwicklung beizutragen.

Aktuell werden die geschätzt ca. 23.000 Betroffenen üblicherweise in wenigen spezialisierten Zentren mit Ernährungstherapie versorgt. Für die Patienten bedeutet das in der Regel lange Anfahrtswege. Der Gemeinsame Bundesausschuss will das mit seinem Beschluss, Ernährungstherapie als verordnungsfähiges Heilmittel zu etablieren, ändern und das Versorgungsangebot verbreitern. Ernährungstherapie verschreiben können vorwiegend Ärzte, die auf die jeweilige Erkrankung spezialisiert sind. In Ausnahmefällen können aber auch nicht spezialisierte Haus- oder Fachärzte eine Verordnung ausstellen.

Voraussetzungen für die neue Leistung geschaffen

Unter welchen Voraussetzungen und mit welchen Leistungen die Ernährungstherapie stattfinden soll, hat der GKV-Spitzenverband gemeinsam mit den Berufsverbänden VDOE, QUETHEB, VDD und VFED festgelegt. Auf dieser Grundlage verhandeln die Krankenkassen derzeit mit den Verbänden die Einzelheiten der Versorgung, insbesondere die Vergütung der Leistungen.

Die Anforderungen an Räumlichkeiten und Ausstattung einer ernährungstherapeutischen Heilmittelpraxis sowie die erforderliche fachliche Qualifikation der neuen Heilmittelerbringer hat der GKV-Spitzenverband in eigenständigen Zulassungsempfehlungen erstmals definiert. Rahmenempfehlungen und Zulassungsbedingungen finden Sie auf der Internetseite des GKV-Spitzenverbandes unter www.gkv-spitzenverband.de.

Quelle: GKV-Spitzenverband

Zum 1. Januar 2018 treten im Bereich des Bundesgesundheitsministeriums
einige Änderungen in Kraft. Hier geben wir Ihnen dazu einen Überblick:

Neues Beitragsbemessungsverfahren für freiwillig Versicherte

Ein neues Beitragsbemessungsverfahren für freiwillig Versicherte soll ab
1. Januar 2018 dafür sorgen, dass sich die Krankenkassenbeiträge
Selbstständiger stärker an den tatsächlich erzielten Einnahmen orientieren.
Die Beitragsbemessung erfolgt in Bezug auf das Arbeitseinkommen und
gegebenenfalls anderer starken Schwankungen unterworfenen
beitragspflichtigen Einnahmen zunächst vorläufig aufgrund des zuletzt
erlassenen Einkommensteuerbescheids. Nach Vorlage des
Einkommensteuerbescheids für das Kalenderjahr, für das die Beiträge zu
zahlen sind, erfolgt die endgültige Beitragsfestsetzung für dieses
Kalenderjahr rückwirkend entsprechend der tatsächlich erzielten
beitragspflichtigen Einnahmen im Rahmen der bestehenden
Mindestbemessungsgrundlagen und der Beitragsbemessungsgrenze. Die
erneute vorläufige Festsetzung der Beiträge für die Zukunft erfolgt
aufgrund des nunmehr vorliegenden, zuletzt erlassenen
Einkommensteuerbescheids (ebenfalls im Rahmen der bestehenden
Mindestbemessungsgrundlagen und Beitragsbemessungsgrenze). Das neue
Verfahren zur Beitragsbemessung wurde mit dem Heil- und
Hilfsmittelversorgungsgesetz (HHVG) beschlossen.

 

 

Saisonarbeiter-Regelung

Für Personen wie Saisonarbeiter, die typischerweise nach dem Ende ihrer
versicherungspflichtigen Beschäftigung in ihr Heimatland zurückkehren
und dann nicht mehr dem deutschen Sozialrecht unterliegen, kann ab dem
1. Januar 2018 ohne ihr Zutun eine freiwillige Mitgliedschaft in der
gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr begründet werden. Für
Saisonarbeitnehmer dürfen die Krankenkassen künftig eine obligatorische
Anschlussversicherung erst dann durchführen, wenn das Mitglied
innerhalb von 3 Monaten nach dem Ende seiner Beschäftigung seinen
ausdrücklichen Beitritt zur gesetzlichen Krankenversicherung erklärt und
seinen Wohnsitz innerhalb Deutschlands nachweist. Gleichzeitig wird eine
gesonderte Kennzeichnung „Saisonarbeitnehmer“ eingeführt, die von den
Arbeitgebern an die Krankenkassen gemeldet wird, damit die betroffenen
Mitglieder ohne größeren Verwaltungsaufwand identifiziert werden
können. Die Regelungen wurden mit dem Gesetz zur Fortschreibung der
Vorschriften für Blut- und Gewebezubereitungen und zur Änderung
anderer Vorschriften beschlossen.

Früherkennung von Bauchaortenaneurysmen

Gesetzlich versicherte Männer im Alter ab 65 Jahren können künftig einmal
im Leben eine Ultraschall-Untersuchung zur Früherkennung eines
Aneurysmas der Bauchaorta (Ausbuchtung der Bauchschlagader) in
Anspruch nehmen. Die Vergütungsregelung hat der Bewertungsausschuss
nun beschlossen. Die neue Screening-Leistung kann zum 1. Januar 2018 u.a.
von Hausärzten abgerechnet werden, sofern sie über eine Genehmigung
ihrer Kassenärztlichen Vereinigung verfügen. Die neue Untersuchung
wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss eingeführt. Sie wird nur
Männern angeboten, weil diese wesentlich häufiger von einem
Bauchaortenaneurysma betroffen sind als Frauen. Zudem haben Männer
im Unterschied zu Frauen nachweislich einen Nutzen von der UltraschallFrüherkennungsuntersuchung

www.g-ba.de/informationen/beschluesse/2899
www.kbv.de/html/1150_32008.php
www.gesundheitsinformation.de/warum-wird-maennerneine.2716.de.html?part=frueherkennung-lx.

 

Weiterentwicklung der Krankenhausstatistik

Die amtliche Krankenhausstatistik des Statistischen Bundesamtes ist eine
wesentliche Grundlage für gesundheitspolitische Planungen und
Entscheidungen im Zusammenhang mit den von den Krankenhäusern
erbrachten Leistungen. Durch die KrankenhausstatistikÄnderungsverordnung
wird diese Datenbasis ab 2018 weiterentwickelt.
Während auf manche Erhebungen verzichtet wird, entsteht durch die
Erfassung anderer Merkmale, wie zum Beispiel die Erfassung ambulanter
Leistungen, ein zusätzlicher Informationsgewinn. Zum Ende des Jahres
2019 werden erste Ergebnisse der amtlichen Krankenhausstatistik auf
Grundlage der neuen Erhebungen vorliegen.

Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz

Der vom BMG festgesetzte durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der
gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für das Jahr 2018 wird auf 1,0
Prozent (2017: 1,1 Prozent) abgesenkt. Seine Höhe wird jährlich aus der
Differenz der vom Schätzerkreis prognostizierten Einnahmen und
Ausgaben der GKV im kommenden Jahr errechnet. Wie hoch der
individuelle Zusatzbeitragssatz einer Krankenkasse für ihre Mitglieder
tatsächlich ausfällt, legt die jeweilige Krankenkasse selbst fest. Er richtet
sich unter anderem danach, wie wirtschaftlich eine Krankenkasse arbeitet,
über welche Finanzreserven sie verfügt und welche weiteren Leistungen sie
anbietet. Erhöht eine Krankenkasse ihren kassenindividuellen
Zusatzbeitrag, haben die Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht und
können in eine andere Krankenkasse wechseln. Eine Übersicht über die
jeweils aktuelle Höhe der kassenindividuellen Zusatzbeiträge ist auf der
Seite des GKV-Spitzenverbandes abrufbar.
www.gkv-spitzenverband.de/krankenkassenliste.pdf

Rechengrößen für die gesetzliche Krankenversicherung und die
soziale Pflegeversicherung

  • Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (Versicherungspflichtgrenze) der GKV
    steigt auf jährlich 59.400 Euro (2017: 57.600 Euro).
  • Die Beitragsbemessungsgrenze der GKV steigt auf jährlich 53.100 Euro
    (2017: 52.200 Euro) bzw. auf monatlich 4.425 Euro (2017: 4.350 Euro).
  • Die Bezugsgröße, die für viele Werte in der Sozialversicherung wichtig
    ist, etwa für die Festsetzung der Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen
    für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung,
    erhöht sich auf 3.045 Euro monatlich in den alten Bundesländern und
    auf 2.695 Euro in den neuen Bundesländern. (2017: 2.975 Euro/2.660
    Euro).

Quelle: Bundesministerium für Gesundheit

Rechtzeitig zum Jahreswechsel freuen sich die Unternehmen ZytoService Deutschland GmbH und
GHD GesundHeits GmbH Deutschland GmbH die nachfolgende Veränderungen bekannt geben zu
können:
Die ZytoService Deutschland GmbH übernimmt vorbehaltlich der Zustimmung des Kartellamtes die
Herstellungskapazitäten der GHD GesundHeits GmbH Deutschland Tochter Profusio für die Herstellung
von patientenindividuellen Zytostatika in Haan, München und Leipzig. Die GHD GesundHeits
GmbH Deutschland fokussiert sich mit Ihren verbleibenden Herstellungskapazitäten bei der Alphamade
Berlin und der Profusio Greven auf die Herstellung von patientenindividuellen Parenteralia für
die parenterale Ernährung und für spezielle Infusionstherapien. Damit konzentrieren sich beide Unternehmen
zukünftig auf ihre jeweiligen Stärken.
Beide Unternehmen wollen intensiv zusammenarbeiten, sich gegenseitig fördern und ihre Fachkompetenz
gemeinsam nutzen, um die bestehenden Herstellungskapazitäten optimal auszulasten. Ziel
beider Unternehmen ist es, die bestehenden Arbeitsplätze zu sichern und weiter auszubauen.
„Selten bietet eine solche Vereinbarung für beide beteiligten Unternehmen so großen Zukunftschancen“,
so Andreas Rudolph, Gesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung der GesundHeits
GmbH Deutschland Unternehmensgruppe. „Mit dieser Vereinbarung können beide Unternehmen in
ihren Stärken wachsen und ihre jeweilige Marktbedeutung ausbauen. Für uns ist die ganzheitliche,
ambulante Versorgung von Patienten in ihrer Häuslichkeit der zentrale Dreh- und Angelpunkt. Hier
können wir mit qualifizierten Personal die Menschen mit allem Notwendigen – also von der patientenindividuellen
Ernährung bis hin zur Gehhilfe – als Komplettanbieter und mit hoher Kompetenz und
Qualität versorgen.Nach meiner Überzeugung wird in der Zukunft in diesem Bereich die Komplettversorgung
„aus einer Hand“ immer wichtiger und der entscheidende Marktvorteil sein.“
„Wir von ZytoService Deutschland GmbH“, ergänzt Herr Enno Scheel, Gesellschafter und Geschäftsführer
von der ZytoService Deutschland Unternehmensgruppe, „haben jetzt die einmalige Gelegenheit,
unsere Herstellungskapazitäten im Bereich der Zytostatika-Herstellung so auszuweiten, dass wir
mit den zusätzlichen Herstellungsstandorten eine schnelle und regionale Versorgung mit patientenindividuellen
Zytostatika deutschlandweit realisieren können. Unser Vorteil ist die hohe GMP – konforme
Herstellungsqualität gepaart mit regionalen Herstellungskapazitäten, mit denen wir die Apotheken
mit den notwendigen Zytostatika für ihre Patienten sicher, schnell und mit hoher Qualität versorgen
können.“

V.i.S.d.P.:

Andreas Rudolph                                                      

Gesellschafter und
Vorsitzender der Geschäftsführung

GHD GesundHeits GmbH Deutschland 

Fritz-Reuter-Str. 2

22926 Ahrensburg

Tel.: 04102 / 51 67 15
Fax: 04102 / 51 67 11

Enno Scheel

Gesellschafter und Geschäftsführer

ZytoService Deutschland GmbH

Albert-Schweitzer-Ring 18

22045 Hamburg

Tel.: 040 / 600094004
Fax: 040 / 600094090

Hintergrund

Die Kodierung von Diagnosen hat für die vertragsärztliche Versorgung eine hohe Bedeutung. Nach § 295 Sozialgesetzbuch V (SGB V) ist die Übermittlung von Diagnosen, kodiert mit der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme 10. Revision German Modification (ICD-10-GM), verpflichtend für die Abrechnung. Darüber hinaus beeinflusst die Kodierung der hiermit beschriebenen Morbidität den Risikostrukturausgleich zwischen Krankenkassen und die Veränderungsrate des notwendigen Behandlungsbedarfs bei der jährlichen Weiterentwicklung der Gesamtvergütungen. Für die Versorgungsforschung sind die Abrechnungsdaten eine wichtige Quelle zu Erkenntnissen über den Alltag im Gesundheitswesen; der einzelne Vertragsarzt gewinnt Informationen über das Versorgungsgeschehen seiner Praxis.

Kodierhilfe statt Kodierrichtlinien?

Im Mittelpunkt stand die Frage: Wie kann Kodierqualität verbessert werden? Zentralinstitut, Kassenärztliche Bundesvereinigung und Kassenärztliche Vereinigungen unterstützen die Vertragsärzte bei der Kodierung im Alltag durch vielfältige Werkzeuge und Lösungen. Diese sind immer wieder an wechselnde und wachsende Anforderungen anzupassen, wobei die gesetzlichen und vertraglichen Regelungen hierfür wegweisend sind. Ziel dieser Unterstützung ist es, eine zeitsparende Erledigung der Kodierung unter Sicherstellung eines vollständigen und richtigen Kodierergebnisses sicherzustellen.

Die Entwicklung der Werkzeuge und Produkte des Zi ist in einer ersten Fassung nahezu abgeschlossen. Der Schwerpunkt liegt daher aktuell auf einer Weiterentwicklung und Ergänzung sowie auf einer Bearbeitung neuer Themengebiete wie die Verknüpfung von Verordnungen und Diagnosen. Handlungsleitend ist dabei die Überzeugung, dass bei einer auf sinnvolle Werkzeuge und Lösungen gestützten Kodierung eine explizite Formulierung von Kodierrichtlinien nicht erforderlich ist.

Im Zi-Forum wurden Stand und Neuentwicklungen im Zi vorgestellt. Dies wurde ergänzt um einen Bericht aus der KBV sowie zwei internationale Perspektiven. So wurden die Überlegungen der World Organization of Family Doctors (WONCA) zur nächsten Version der International Classification of Primary Care (ICPC) vorgestellt. Für diesen Bericht konnte Herr Prof. Kühlein, Erlangen, Chair des WONCA International Classification Committee (WICC) gewonnen werden. Die WHO hat die 11. Revision der ICD-11 angekündigt. Herr Prof. Stausberg, Projektleiter des Feldtests der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie e. V. (GMDS) zur Beta-Version der ICD-11, hat daher über die neue Revision informiert.

 

Quelle: Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland

Engagement für die eigene Gesundheit geht zurück

Krebs und Demenz verlieren für viele Menschen ihren Schrecken. Auch vor anderen Erkrankungen wie beispielsweise Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes geht die Angst zurück – und damit auch das Engagement für die eigene Gesundheit. Weniger Menschen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen oder halten sich mit Sport und gesunder Ernährung fit. Das zeigt eine aktuelle und repräsentative Studie* der DAK-Gesundheit. Ein weiteres zentrales Ergebnis: Jeder dritte junge Mensch zwischen 14 und 29 Jahren hat Angst vor einer psychischen Erkrankung. Die meisten fürchten sich vor Leiden wie Depressionen oder Burn-out. Über alle Altersgruppen hinweg gab dies etwa jeder fünfte Deutsche an.

Seit 2010 untersucht das Forsa-Institut für die Krankenkasse DAK-Gesundheit die Angst der Deutschen vor Krankheiten. Aktuell wurden bundesweit mehr als 3.000 Frauen und Männer befragt. Demnach ging bei allen Erkrankungen die Angst zurück. Derzeit fürchten sich 65 Prozent der Bundesbürger vor einem bösartigen Tumor. Im Jahr 2010 gaben das noch 73 Prozent an. Vor allem junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren (71 Prozent) und Erwachsene zwischen 30 und 44 Jahren (77 Prozent) haben Krebsangst. Insgesamt ging auch die Furcht vor Demenz zurück – von 50 Prozent im Jahr 2010 auf jetzt 39 Prozent. Vier von zehn Menschen befürchten, einen Schlaganfall zu erleiden. 2010 war es noch jeder Zweite. Die Angst vor einem Herzinfarkt kennt jeder dritte Befragte (2010: 45 Prozent).

Junge haben Angst vor Burn-out, Depression und Diabetes

Vor psychischen Erkrankungen haben besonders junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren Angst. Mehr als jeder Dritte fürchtet, an Burn-out, Depressionen oder anderen Seelenleiden zu erkranken (36 Prozent). Faktisch werden psychische Erkrankungen jedoch bei älteren Menschen deutlich häufiger diagnostiziert als bei jungen Erwachsenen. Die über 60-Jährigen haben aber am wenigsten Angst vor Seelenleiden (15 Prozent). Ähnlich verhält es sich bei Diabetes: Auch hier gaben vor allem junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren an, Angst vor der Erkrankung zu haben. Etwa jeder Vierte sagte dies (26 Prozent). Über alle Altersgruppen hinweg fürchten sich 17 Prozent vor der sogenannten Zuckerkrankheit.

Weniger Engagement für Gesundheit

Die DAK-Befragung zeigt auch: Es engagieren sich deutlich weniger Menschen für ihre Gesundheit. Lediglich etwas mehr als jeder Dritte (37 Prozent) nutzt derzeit den Gesundheits-Check gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (2010: 44 Prozent). Auch regelmäßige sportliche Aktivitäten und gesunde Ernährung sind zurückgegangen (2017: 76 und 71 Prozent vs. 2010: 80 und 77 Prozent). Und: Trotz der großen Angst vor einer Tumorerkrankung nimmt nur knapp jeder Zweite (49 Prozent) die Krebsvorsorge in Anspruch. 2010 waren es noch 60 Prozent. Vor allem Männer scheuen den Gang zum Arzt: Nur vier von zehn Männern nehmen das kostenfreie Angebot der Krankenkassen wahr. „Es ist und bleibt eine große Herausforderung für alle Beteiligten im Gesundheitssystem, die Teilnahme an der Krebsvorsorge zu steigern“, sagt DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. „Gerade Männer kümmern sich lieber um den Zustand ihres Autos als um die eigene Gesundheit.“

88 Prozent der Deutschen fühlen sich gesund

Insgesamt schätzen 88 Prozent der Deutschen ihren aktuellen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. Im Vergleich der Bundesländer und Regionen bewerten die Menschen in Norddeutschland mit 91 Prozent ihren Gesundheitszustand als besonders gut. In den ostdeutschen Bundesländern sind es nur 85 Prozent.

Vor diesen Krankheiten haben die Deutschen am meisten Angst

2017 2010
1. Krebs (65 Prozent) 1. Krebs (73 Prozent)
2. Schlaganfall (40 Prozent) 2. Unfall mit schweren Verletzungen (53 Prozent)
3. Alzheimer/Demenz (39 Prozent) 3. Schlaganfall (52 Prozent)
4. Unfall mit schweren Verletzungen (37 Prozent) 4. Alzheimer/Demenz (50 Prozent)
5. Herzinfarkt (33 Prozent) 5. Herzinfarkt (45 Prozent)
6. Schwere Augenerkrankung/Erblindung (28 Prozent) 6. Psychische Erkrankungen wie Depressionen (30 Prozent)
7. Psychische Erkrankungen wie Depressionen (24 Prozent) 7. Schwere Lungenerkrankung (26 Prozent)
8. Schwere Lungenerkrankung (18 Prozent) 8. Diabetes (20 Prozent)
9. Diabetes (17 Prozent) 9. Geschlechtskrankheit wie z. B. Aids (14 Prozent)
10. Geschlechtskrankheit wie z. B. Aids (9 Prozent) 10. –

 

*Das Forsa-Institut führte für die DAK-Gesundheit vom 27. September bis 19. Oktober 2017 eine bundesweite und repräsentative Befragung von 3.505 Männern und Frauen durch.

Quelle: DAK