Aufsaugende Inkontinenzhilfen

Sicher durch den Alltag

Bei den aufsaugenden Inkontinenzhilfen gibt es unterschiedliche Versorgungsformen, die je nach Ablassmenge oder Indikation des jeweiligen Patienten angepasst werden.

Inkontinenzeinlagen gehören zu den aufsaugenden Inkontinenz-Hilfsmitteln und werden mit Hilfe eines Klebestreifens in der Unterwäsche fixiert. Dadurch können ungewollte (Harn-)Ausscheidungen von den Einlagen aufgefangen werden. Die Flüssigkeit wird in einen saugfähigen Kern, Superabsorber genannt, geleitet und kann dort bis zu einer bestimmten Menge geruchsneutral gespeichert werden.

Die Inkontinenzeinlagen gibt es in verschiedenen Ausführungen und Saugstärken. Es gibt sie speziell für Frauen und für Männer, angepasst an die jeweilige Anatomie. Die Einlagen für Frauen sehen aus wie herkömmliche Damenbinden, während die Version für Männer z. B. nach hinten schmaler wird und somit eine dreieckige Form haben kann. Auch gibt es sie als sogenannte Penistaschen, um den gesamten Genitalbereich abzudecken.

Die Inkontinenzeinlagen bieten so diskreten Schutz mit hohem Tragekomfort. Dennoch wird diese Art von Hilfsmittel eher für Menschen mit leichter bis mittlerer Harninkontinenz empfohlen, da das Fassungsvermögen meist bis maximal 900 ml Flüssigkeit reicht.

Reicht die Saugkraft von Inkontinenzeinlagen nicht aus, kann auf sogenannte Inkontinenzvorlagen zurückgegriffen werden. Diese sind deutlich saugfähiger und können bei mittlerer bis schwerer Harninkontinenz und selbst bei Stuhlinkontinenz eingesetzt werden.

Vorlagen haben jedoch nicht wie Einlagen einen Klebestreifen zum Einkleben in die Unterwäsche, sondern müssen mit speziellen Netz- bzw. Fixierhosen getragen werden, die es in verschiedenen Varianten gibt.

Das Material reicht von fast durchsichtiger, dünner Kunstfaser (Einwegprodukt) bis zur Naturfaser, wie Baumwolle und Elasthan (waschbar).

Der Schnitt der Netzhosen ist ähnlich wie der von Radlerhosen. Sie werden meist in Unisex-Ausführungen angeboten. Es gibt sie aber auch mit einem höheren Beinausschnitt und/oder Spitzenapplikationen für ein eher „weibliches“ Aussehen oder mit einem extra Einsatz für Penistaschen.

Inkontinenzpants gehören zu den aufsaugenden Inkontinenz-Hilfsmitteln. Im Grunde funktionieren sie wie eine Kombination aus Vorlage und Netzhose, jedoch sind Inkontinenzpants Einteiler und können wie normale Unterwäsche an- und wieder ausgezogen werden. Die integrierte Saugeinlage verrutscht dabei nicht und bietet somit einen sichereren Halt.
Es gibt sie als Einwegprodukt für Menschen mit mittlerer bis schwerer Harninkontinenz in verschiedenen Größen und Saugstärken. Nach dem Gebrauch können die Seiten aufgetrennt und die Pants so müheloser entfernt werden.
Als waschbares Produkt sind Inkontinenzpants kaum noch von normaler Unterwäsche zu unterscheiden. Die integrierte Einlage ist jedoch weniger saugstark, dadurch eignen sich die Hosen eher für Menschen mit leichter bis mittlerer Harninkontinenz.
Beide Versionen gibt es für Männer und Frauen in unterschiedlichen Ausführungen. Sie sind besonders geeignet für Personen, die mobil sind und selbstständig zur Toilette gehen können, da zum Wechseln die Kleidung entfernt werden muss.

Inkontinenzwindeln sind die sicherste Form von aufsaugenden Inkontinenz-Hilfsmitteln.

Sie können bis zu 3 Liter Flüssigkeit aufnehmen und werden daher bei schwerster Harn- und Stuhlinkontinenz empfohlen.

Die Funktionsweise ähnelt der von Babywindeln: An den Seiten sind sie offen und werden durch Klebestreifen im Taillenbereich fixiert. Das Wechseln der Versorgung kann eigenständig im Stehen, Sitzen oder Liegen durchgeführt werden. Meist werden die Windeln jedoch in der ambulanten und häuslichen Pflege für bettlägerige Personen eingesetzt. Sie eignen sich aber auch als Nachtversorgung mobiler Personen mit mittlerer Harninkontinenz.

Die Ausführungen für Männer und Frauen unterscheiden sich lediglich in der Größe des Produktes.

 

Da sich Inkontinenz-Hilfsmittel für den Alltag im Wasser vollsaugen würden, werden für den Schwimmbadbesuch spezielle Schwimmwindeln benötigt. Diese sind nur für Personen mit Stuhlinkontinenz geeignet.

Das wasserfeste Innenfutter verhindert, dass Ausscheidungen und Bakterien ins Wasser gelangen. Urin wird von den Hosen jedoch nicht zurückgehalten.

Die Schwimmwindeln werden wie Inkontinenzhosen unter normalen Badeshorts oder Badeanzügen getragen, um eine maximale Sicherheit zu gewährleisten. Sie werden als Einwegprodukt oder waschbare Badebekleidung angeboten.

Bettschutzeinlagen schützen die Matratze vor Nässe und Feuchtigkeit, indem sie den Urin aufsaugen und sicher speichern. Sie können auch zum Schutz von weiteren Möbeln (z. B. Sofas, Sessel…) verwendet werden.

Die Auflagen werden als Einweg- oder waschbare Mehrwegprodukte angeboten.
Die Einwegauflagen sind in der Regel 60 x 90 cm groß und bestehen aus einem saugfähigen Zellstoff-Zellulose-Gemisch. An der Unterseite befindet sich eine reißfeste PVC-Folie, die die Feuchtigkeit nicht durchlässt. Nach dem Gebrauch können die Unterlagen im Hausmüll entsorgt werden.

Die Einweg-Version eignet sich vor allem für Pflegeeinrichtungen, um Zeit und Arbeit zu sparen. Aber auch, wenn es sich bei der Inkontinenz nicht um einen chronischen Zustand handelt, ist diese von Vorteil.

Ist die Inkontinenz von Dauer, wird aus Umwelt- und Kostengründen eine waschbare Bettschutzeinlage empfohlen. Diese hat meistens eine Größe von 60 x 90 cm oder 75 x 85 cm. Einige Modelle decken jedoch auch die gesamte Matratze ab.

Die Oberfläche besteht aus Baumwollgewebe, die Unterseite aus feuchtigkeitsundurchlässigem PVC. Die Reinigung erfolgt bei mindestens 60 °C in der Waschmaschine. Somit kann die Bettschutzeinlage ca. 300 Mal wiederverwendet werden. Einige Modelle eignen sich sogar für den Trockner.

Analtampons werden als Hilfsmittel bei Stuhlinkontinenz eingesetzt. Sie werden mithilfe eines Applikators oder direkt mit den Fingern über den After in das Rektum eingeführt und bieten somit eine Abdichtung gegen austretenden Stuhl.
Analtampons werden in verschiedenen Größen und Ausführungen angeboten, sodass sie bestmöglich den individuellen anatomischen Verhältnissen des Darms angepasst sind.

Die Analtampons bestehen entweder aus Schaumstoff oder Silikon. Die Schaumstoff-Variante ist meist fest und muss vor dem Gebrauch in Wasser eingeweicht werden. Sie wird auch als eine Art Zäpfchen angeboten, welches sich bei Kontakt mit der feuchten Darmschleimhaut entfaltet. Die Silikon-Tampons erinnern eher an eine Art länglichen Stöpsel mit einer Platte auf der Innenseite der Schließmuskulatur.
Die Tampons sind für den Einmalgebrauch bestimmt und werden maximal 12 bzw. 24 Stunden getragen. Des Weiteren eignen sie sich nur bei festem Stuhl, nicht jedoch bei Diarrhoe oder Analfisteln.

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