Andreas Rudolph zum Ausschreibungsverbot in der Hilfsmittelversorgung

Aktuell viel diskutiert in der Presse ist das in der letzten Woche im Bundestag verabschiedete Ausschreibungsverbot in der Hilfsmittelversorgung als Teil des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG).
Bisher stand es der Krankenkasse frei, die Hilfsmittelversorgung ihrer Versicherten auszuschreiben. Diese Praxis war in den letzten Jahren immer häufiger Mittel der Wahl geworden und ist damit immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Aufgrund des starken Preiskampfes und der potentiell sinkenden Leistungsqualität haben Hilfsmittel-Ausschreibungen, besonders im Homecarebereich, viel Kritik geerntet, was schließlich zu diesem generellen Verbot geführt hat.

Andreas Rudolph als Vorsitzender der Geschäftsführung der GHD GesundHeits GmbH Deutschland, eines der größten ambulanten Hilfsmittelversorger Deutschlands erläutert, wie er diese Entwicklungen wahrnimmt und wie er sich die Zukunft der Hilfsmittelbranche vorstellt.

Herr Rudolph, erstmal stellt sich uns die Frage, wie Sie in der Vergangenheit mit dem Thema Ausschreibungen umgegangen sind? Auch in Ihren Bereichen gab es ja Ausschreibungen, von denen Sie auch einige gewonnen haben.

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass für uns die qualitative Patientenversorgung an erster Stelle steht, egal welcher Krankenkassenvertrag die Basis ist. Und dies ist nur möglich, indem wir unsere Dienstleistung und die persönliche Beratung durch unsere qualifizierten Fachkräfte in geeigneter Form zur Verfügung stellen. Daher haben wir gezielt nur an jenen Ausschreibungen teilgenommen, welche die Rahmenbedingungen dieser Bestrebungen gewährleisten.

Wie stehen Sie nun zu der generellen Abschaffung der Ausschreibungen und wie werden Sie damit umgehen?

Wir sind froh über die Entwicklungen der Gesetzeslage und freuen uns für die Patientinnen und Patienten, dass sogar laufende Ausschreibungsverträge mit einer Auslauffrist von 6 Monaten beendet werden. Wir sind immer gut damit gefahren, in den direkten Dialog mit den Krankenkassen zu treten und ihnen die Vorzüge unserer Versorgung nahezubringen und somit qualitätsorientierte Verträge auszuhandeln. Dies wird auch in Zukunft unsere Aufgabe sein und natürlich werden wir unsere Kunden auch zukünftig in gewohnter Qualität mit den benötigten Hilfsmitteln versorgen.

Wie sehen Sie die Zukunft der Hilfsmittelversorgung in Deutschland?

Durch dieses Gesetz hat Herr Spahn deutlich gemacht, dass qualitative Versorgung die Basis für den ambulanten Homecare-Bereich ist und die Hilfsmittelversorgung, wie die GHD diese umsetzt, gestärkt werden muss.

Unsere Bestrebung für die Zukunft ist, dass diese kompetente Beratungs- und Betreuungsleistung sehr deutlich vertraglich festgehalten und somit zum Standard einer qualitativen Patientenversorgung gehört.