Barmer GEK Arzneimittelreport 2014 Pillen, Salben und Co: Nicht alles Neue ist besser!

Ergebnisse aus dem Barmer GEK Arzneimittelreport 2014

  • Im Jahr 2013 sind die Arzneimittelausgaben der Barmer GEK auf 4,2 Milliarden Euro gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Zuwachs von 2,6 Prozent pro Versichertem. Absolut betrugen die Ausgaben pro männlichem Versicherten 441 Euro und pro weiblicher Versicherter 467 Euro.

  • Die gesetzlichen Krankenkassen insgesamt haben laut Statistik KV 45 mehr als 32 Milliarden für Arzneimittel ausgegeben, was einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 2,4 Prozent entspricht. Das sind rund 16 Prozent der Gesamtausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung.

  • Bereits jetzt fallen 13 Prozent der Arzneimittelausgaben auf Biopharmazeutika, also gentechnologisch hergestellte Arzneimittel, 2020 werden es voraussichtlich 21 Prozent sein.

  • In Deutschland wurden 2012 laut Barmer GEK Arzneimittelreport 2014 rund 5,5 Millionen Packungen mit Blutgerinnungshemmern, sogenannten oralen Antikoagulanzien, verkauft. Fast 76 Prozent der Packungen entfielen auf seit langem verfügbare Wirkstoffe wie zum Beispiel Marcumar®. Den größten Anteil am Umsatz hatte aber das Präparat Xarelto®, das seinen Umsatz von 92,7 Millionen Euro 2012 auf 282,2 Millionen Euro im vergangenen Jahr steigern konnte. Der Umsatz von seit vielen Jahren verfügbaren Präparaten wie Marcumar® ging dagegen leicht um 0,9 Prozent zurück.

  • Rund 0,3 Prozent der Bevölkerung haben die Diagnose Multiple Sklerose, eine entzündliche Krankheit des zentralen Nervensystems. Der Umsatz der vier am häufigsten eingesetzten Langzeitarzneimittel liegt in Deutschland bei fast 1,3 Milliarden Euro (2013). Nach Auswertung von Barmer GEK Daten werden rund 15 Prozent der Patienten auch stationär behandelt.

  • Protonenpumpenhemmer (PPI) unterdrücken die Bildung von Magensäure. Es wird beklagt, dass PPIs immer häufiger beziehungsweise ohne klare Indikation eingesetzt werden. In der Barmer GEK stieg der Anteil Versicherter, die pro Jahr mindestens einmal eine Verordnung erhielten stetig von 8,2 Prozent (2005) auf 16,2 Prozent (2013).

Der BARMER GEK Arzneimittelreport 2014 (als pdf, 5 MB zum Download