Wer ist eigentlich Iwan Petrowitsch Pawlow – das russische Konditionswunder?

Am 14.September 1849 wurde der russische Physiologe IWAN PETROWITSCH PAWLOW als Sohn eines Pfarrers geboren.

Nach seinem Studium der Theologie, Chemie und Physiologie sowie einem zweijährigen Deutschlandaufenthalt wurde er 1890 Professor für Physiologie an der Kaiserlichen Medizinischen Akademie in St. Petersburg.
Pawlow widmete sich lange Jahre medizinischen Studien. Dabei führte er im Forschungslabor zahlreiche Versuche durch. Bereits im Jahr 1889 führte Pawlow erstmals seinen berühmt gewordenen verdauungsphysiologischen Versuch mit einem Hund durch („Pawlowscher Hund“).

Er beobachtete, dass nach mehrmaliger Kombination von akustischen Reizen (Glockenläuten) mit einer folgenden Fütterung bereits die Tonwahrnehmung ausreichte, um bei einem Hund einen Speichelfluss auszulösen.
Diese durch Gewöhnung erworbene Reaktion nannte Pawlow einen bedingten Reflex. Dieser Reflex ist jedoch von vorübergehender Dauer und kann wieder gelöscht werden, sobald der neutrale Reiz längere Zeit nicht mit Futter bekräftigt wird. Bedingte Reflexe befähigen ein Lebewesen, sich rascher an eine veränderliche Umwelt anzupassen.

Heute bezeichnet man dies nach Pawlow als Konditionierung und die beschriebene Reaktion als konditionierten Reflex. Dabei handelt es sich um einen erlernten, nicht angeborenen Reflex.

Im Jahr 1904 erhielt er für seine herausragenden Arbeiten über die Verdauung den Nobelpreis für Physiologie und Medizin. Pawlow arbeitete bis zu seinem Tod am 27. Februar 1936 in Leningrad in seinem Labor.

Denkmal Iwan Petrowitsch Pawlow