Krebs-Früherkennung: Nutzen und Risiko abwägen

Die Deutsche Krebshilfe unterstützt all diejenigen, die sich über den Nutzen und die Risiken von Krebs-Früherkennungsuntersuchungen informieren möchten. Sie bietet Interessierten kostenlos umfassende und allgemeinverständliche Faltblätter, welche die Vor- und Nachteile der verschiedenen Untersuchungsverfahren erläutern und eine Empfehlung der Experten der Deutschen Krebshilfe enthalten. „Für viele Tumorerkrankungen gilt nach wie vor der Leitsatz ‚Früh erkannt – heilbar‘. Daher ist eine informierte Entscheidung bei diesem Thema besonders wichtig“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 450.000 Menschen neu an Krebs, 210.000 Menschen sterben daran. Das Ziel der gesetzlichen Krebs-Früherken-nungsuntersuchungen ist es, Tumoren aufzuspüren, wenn sie noch sehr klein sind. Denn früh erkannt sind insbesondere Brust-, Darm-, Haut- und Gebärmutterhalskrebs sowie verschiedene Formen des Prostatakrebses zumeist gut heilbar. Frühe Krebsstadien lassen sich außerdem schonender behandeln als Stadien, in denen bereits Tochtergeschwülste entstanden sind.

Früherkennungsuntersuchungen können jedoch auch Nachteile oder Risiken haben. Daher werden sie auch kritisch eingeschätzt. So ist es beispielsweise möglich, dass eine Krebserkrankung übersehen wird („falsch-negatives Ergebnis“) oder dass aufgrund der Untersuchungsbefunde ein Krebsverdacht geäußert wird, der sich dann bei weiterer diagnostischer Abklärung als unbegründet herausstellt („falsch-positives Ergebnis“). Basierend auf sechs Kernfragen informieren die Faltblätter daher umfassend über Vor- und Nachteile der derzeit angebotenen gesetzlichen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen. Auch der Bluttest auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA-Test) zur Früherkennung von Prostatakrebs, der nicht im gesetzlichen Programm enthalten ist und daher selbst bezahlt werden muss, wird thematisiert.

„Wir möchten, dass die Menschen den Nutzen der Früherkennung realistisch einschätzen. Aber auch die Vorbeugung ist wichtig: Die beste Möglichkeit dafür ist eine gesunde Lebensweise“, so Nettekoven. Dazu gehören insbesondere das Nichtrauchen, regelmäßige körperliche Bewegung, gesunde Ernährung, maßvoller Alkoholkonsum, ein umsichtiges Verhalten in der Sonne sowie ein Verzicht auf die Nutzung von Solarien. 

Die Früherkennungsfaltblätter für Brust-, Darm-, Gebärmutterhals-, Haut- und Prostatakrebs, das Präventionsfaltblatt „10 Tipps gegen Krebs“ sowie weitere Informationsmaterialien können bei der Deutschen Krebshilfe e.V. in Bonn kostenlos bestellt oder hier heruntergeladen werden.

Hintergrund-Info:  Gesetzliche Krebs-Früherkennung

Das gesetzliche Krebs-Früherkennungsprogramm bietet allen Versicherten folgende Untersuchungen an:

Frauen
Ab 20 Jahren: jährliche Untersuchung der inneren und äußeren Geschlechtsorgane.
Ab 30 Jahren: zusätzliche Tastuntersuchung der Brust.
Ab 50 Jahren bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres: alle zwei Jahre Anspruch auf die Teilnahme am qualitätsgesicherten Mammographie-Screening.

Männer
Ab 45 Jahren: Tastuntersuchung der Prostata sowie Inspektion des äußeren Genitals.

Frauen und Männer
Ab 35 Jahren: alle zwei Jahre Teilnahme am Hautkrebs-Screening.
Von 50 bis 55 Jahren: einmal jährlich ein Stuhl-Blut-Test.
Ab 55 Jahren: eine kostenlose Darmspiegelung, die nach zehn Jahren wiederholt wird. Versicherte, die die Darmspiegelung nicht in Anspruch nehmen wollen oder können, haben alternativ alle zwei Jahre Anspruch auf einen Stuhl-Blut-Test ab 55 Jahren.

Quelle: Deutsche Krebshilfe