Mit Stoma zum Eigenheim – Stress und mein Umgang damit

Moin ihr Lieben,

heute möchte ich euch über eine große Entscheidung, positiven und negativen Stress berichten und wie ich damit umgehe.

Welche Auswirkungen hat Stress auf mein Stoma und meinen Bauch?

Alles begann damit, dass mein Mann und ich nicht mehr wirklich glücklich mit unserer derzeitigen Wohnung in Hamburg sind. Letztes Jahr wurde eine komplette Sanierung gemacht, die auch gut geworden ist, nur leider ist unsere Terrasse nicht mehr wirklich schön. Vor der Sanierung haben wir unsere Terrasse und den kleinen Gartenteil selbst gepflegt und in Ordnung gehalten. Dies hat mir nicht nur Spaß gemacht, sondern war auch so etwas wie eine Art Stressbewältigung. Der Gedanke, dass wir uns fast unbeobachtet auf unserer Terrasse entspannen können, da hat sich jede Gartenarbeit gelohnt. Leider wurde unsere schöne Kirsch-Lorbeer-Hecke geopfert und nicht wieder ersetzt, sodass wir jetzt keinen Sichtschutz mehr haben. Jeder kann jetzt von den Wegen und der Straße auf unsere Terrasse schauen und das stört uns sehr. Die Gartenpflege wurde an eine Gartenbaufirma abgegeben, also fällt auch die schöne Gartenarbeit weg. Die Gärtner pflegen den Garten nicht wirklich und wenn man nicht doch selbst Hand anlegt, darf man den Pflanzen beim Vertrocknen zu schauen.

Ein eigener Garten mit Terrasse wäre also perfekt für uns. Es kamen noch andere Dinge dazu und wir schauten uns nach Immobilien um. Wir wollen etwas mehr Ruhe vom Flugzeuglärm und auch keine Nachbarn mehr über uns haben. Man hört diese leider viel zu oft. Laminat statt Teppich und wir hören unten jeden Schritt und jedes Wort. Gerade ich benötige immer wieder Ruhe, auch tagsüber. Zu Hause wurde es also immer anstrengender und nicht mehr wirklich schön. Die Suche begann und endete ganz schnell nach zwei Besichtigungen in Henstedt-Ulzburg. Über die Kaufentscheidung, was muss an diesem Objekt gemacht werden und können wir uns das leisten, sind einige schlaflose Nächte vergangen. Mein Darm hat sich zwischenzeitlich stark bemerkbar gemacht und mir gezeigt, dass ich mich entspannen und ausruhen muss. Nur wie soll man das machen, wenn eine so wichtige Entscheidung ansteht und einen nicht schlafen lässt? Als wir dann die Entscheidung für das Haus getroffen haben, ging es mir schnell wieder gut und ich war deutlich erleichtert. Finanzierung und alles Wichtige war dann erstmal erledigt. So haben wir uns darüber Gedanken gemacht, ob wir eine offene Küche haben wollen oder nicht. Welche neuen Fenster sollen wir einbauen lassen, zweifach oder dreifach verglast?

Jetzt konnte ich mir aber erstmal Zeit nehmen und meinen Tag wieder ordentlich strukturieren.

Wichtig für mich sind jetzt die Mittagspausen und auch mal etwas anderes zu tun, als an das Haus zu denken. Unseren Notartermin hatten wir, der Kaufvertrag ist unterschrieben und der Termin für die Schlüsselübergabe steht fest. Auch wer die Böden verlegt, die Küche haben wir schon ausgesucht und gekauft, für die Fenster und die Haustür ist der Auftrag unterschrieben.

Auch wenn uns diese Entscheidung sehr glücklich macht und wir hoffentlich noch dieses Jahr in unser neues Eigenheim einziehen können, so ist es doch Stress. Leider wirkt positiver Stress und als solches möchte ich es bezeichnen, auch nicht gut auf meinen Darm und mein Stoma. Genauso wie bei negativem Stress auch habe ich zurzeit immer wieder Durchfälle und Bauchschmerzen. Mit dem Essen muss ich mehr aufpassen und vertrage nicht gut, was ich sonst gut vertragen habe. Der Unterschied zwischen dem positiven und dem negativen Stress ist nur, dass der negative bei mir deutlich schneller, meist sofort zu spüren ist. Beim positiven Stress dauert es meist länger, weil die guten Gefühle einiges überdecken können. Gerade in dieser Zeit jetzt muss ich besonderes auf mich aufpassen und mir meine Pausen können. Das fällt mir aber sehr schwer, am liebsten hätte ich schon alles fertig und wäre im neuen Haus eingezogen. Pausen machen ist aber super wichtig und dann ist auch der Darm und das Stoma ruhiger und bleibt stark.

Der September bleibt nun auch ruhiger, alle wichtigen Entscheidungen sind getroffen, der Kaufvertrag unterschrieben. Nun heißt es Pause und eine Woche Urlaub genießen. Kraft tanken für die Zeit ab Oktober, da heißt es dann alte Tapeten runter, alte Fliesen raus usw., alles neu wieder rein und der große Umzug.

Wie alles ab Oktober läuft und ob ich körperlich dazu in der Lage bin und wo ich an meine Grenzen stoße, werde ich euch dann berichten.

Ich bin da sehr gespannt, so ein großes Projekt und mein Wunsch, am liebsten alles selber zu machen und das mit Stoma, wir werden sehen, wo ich auf körperliche Grenzen stoße. Ich bin jetzt super glücklich, keine großen Entscheidungen mehr treffen zu müssen, das war richtig hart.

Habt ihr schon mal so ein Projekt gehabt und wie waren eure Erfahrungen so? Das würde mich wirklich interessieren.

Liebe Grüße

eure Melli

Melli beim Notar