Neuer Podcast – Krankenhausentlassung #002 – Was ist eine Pflegeberatung?

Pflegeberatung im Kontext der Krankenhausentlassung

In unserer Reihe Krankenhausentlassung nehmen heute Christiane Wahlen (Projekt- und Prozessmanagement) und Nadine Reithmeyer (Case Managerin) das Thema Pflegeberatung unter die Lupe.

Es wird zu vielen Themen beraten, aber was ist eine Pflegeberatung? Wer kann eine Pflegeberatung in Anspruch nehmen?

Des Weiteren werfen wir einen Blick auf die Synergieeffekte zwischen dem Bereich Homecare und der Pflegeberatung.

Den Podcast finden Sie auf den Plattformen Spotify & Soundcloud und natürlich auch auf unserer Website unter: https://www.gesundheitsgmbh.de/podcasts/.

Jetzt reinhören!

Wenn Sie keine Folge verpassen wollt, können sie den Podcast auch abonnieren.

GHD Podcast Channel

PodcastPflegeberatung

Der Podcast als Textversion:

Thema Krankenhausentlassung Pflegeberatung

CW: Hallo und herzlich willkommen zum Podcast rund um das Thema Krankenhausentlassung! Mein Name ist Christiane Wahlen (CW), ich bin seit 12 Jahren im Projektmanagement tätig. Zusammen mit meiner Kollegin Nadine Reithmeyer (NR) sprechen wir heute über das Thema Pflegeberatung, wir sind beide Kolleginnen bei der GHD GesundHeits GmbH Deutschland.

In unserem Auftakt-Podcast haben wir das Entlassmangement im Krankenhaus unter die Lupe genommen – heute soll sich alles um das Thema Beratung drehen – Finanzberatung, Unternehmensberatung, Versicherungsberatung und vieles mehr.

CW: Nadine, was ist Pflegeberatung?

NR: Bei der Pflegeberatung werden alle offenen Fragen rund um das Thema Pflege geklärt und man hat die Möglichkeit sich im Bereich Laienplfege schulen zu lassen.

Eine Pflegeberatung ist für jeden Kranken – und Pflegeversicherten der deutschen Versicherungsgesellschaften, der entweder selber pflegt oder gepflegt wird oder Interesse hat jemanden zu pflegen.

CW: Wo wird die Beratung durchgeführt?

NR: Sie kann in der Häuslichkeit beim Kunden, in der Klinik, Pflegestützpunkt oder in anderen

„geschützten“ Räumen mit ruhiger Atmosphäre stattfinden.

CW: Wie erfahre ich von dem Angebot und wie komme ich auf dich zu?

NR: Klassisch erhältst du Informationen über die Beratungsmöglichkeiten von der Versicherung, vom Hausarzt, von Pflegestützpunkten und Krankenhäusern.

Hausärzte und Krankenhäuser können an die Krankenkasse verweisen, bei der alle Pflegeberater und Pflegestützpunkte gelistet sind.

In der Regel nennt die Krankenkasse dir dann den zuständigen Pflegeberater, oder wenn du dein Einverständnis gegeben hast, gibt die Krankenkasse deine Kontaktdaten an mich weiter. Ich würde mich dann im Laufe des Tages bei dir melden.

CW: Du hast grad gesagt, Pflegeberater sind gelistet – du bist da gelistet. Im ersten Podcast hast du schon über deine Qualifikation gesprochen. Kannst du in diesem Zusammenhang nochmal genauer erläutern, was einen Pflegeberater ausmacht?

NR: Voraussetzung ist immer die Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger oder gleichwertige medizinische Ausbildung mit Berufserfahrung und natürlich die Weiterbildung zur Pflegeberatung.

CW: Was beinhaltet die Weiterbildung?

NR: Das ist unterschiedlich. Ich habe zum Beispiel mehrere Wochen Unterricht zu rechtlichen Themen, sozialrechtlichen Fragen und Methoden zur Beratung gehabt. Zum Abschluss erfolgt eine umfassende Prüfung mit Zertifikat. Der Aufbau hängt vom Weiterbildungsinstitut ab.

CW: Gibt es keinen einheitlichen Standard für die Beratung?

NR: Doch, den inhaltlichen Standard gibt es. Aber es ist jedem Institut überlassen, wie der Unterricht dazu aufgebaut ist.

CW: Zurück zur Beratungssituation. Ich kann mich also Zuhause – und sollte ich im Krankenhaus liegen auch dort – von dir beraten lassen. Im Krankenhaus wäre doch der Sozialdienst für mich zuständig -was ist der Unterschied zur Pflegeberatung durch einen Pflegeberater?

NR: Das besondere an der Pflegeberatung ist, dass ich eine Überleitungsberatung durchführen darf, die sowohl im Krankenhaus als auch Zuhause stattfinden kann. Der Sozialdienst darf nur im Krankenhaus beraten und kennt die Situation Zuhause höchstens aus Erzählungen vom Patienten oder deren Angehörigen. Hier habe ich sogar noch mehr Möglichkeiten als bei der klassischen Krankenhausentlassung wie bei unserem Beispiel im ersten Podcast.

CW: Der Gesetzgeber hat das ja ganz konkret geregelt. Es gibt nach § 7a SGB XI die klassische Pflegeberatung unter anderem mit der Einschätzung des Pflegegrades und § 45 SGB XI Pflegekurse für Angehörige und Pflegepersonen. Lass uns mal Zuhause starten. Ich habe dich nun um eine Beratung gebeten. Wie läuft das genau ab?

NR: Bei unserem ersten Telefonat bitte ich dich, bis zu unserem Termin deine Fragen und Probleme zu notieren. Zuhause bei dir stelle ich mich nochmal vor und lasse mir von dir den Grund deiner Beratung erzählen, lese mir deine Notizen durch und dann gehe ich mit dir einen Erhebungsbogen bzw. ein Beratungsprotokoll durch. Der Bogen ist für alle Pflegeberatungen Standard, um bei den Krankenkassen einen Nachweis zu erbringen. Hierbei geht es der Krankenkasse weniger um den Inhalt, sondern um die eigentliche Beratung. Trotzdem umfasst der Bogen alle Bereiche des täglichen Lebens – wie waschen, anziehen, Ernährung, Alltagsgestaltung und konkrete Probleme wie die Bewältigung der Situation, eine Überforderung, körperliche Probleme wie Inkontinenz.

CW: Aber die Krankenkasse will doch bestimmt meinen Bedarf kennen, da die Pflegeberatung mit Kosten verbunden ist. Zum einen die Beratung an sich und doch auch die daraus resultierenden Bedarfe, also z.B. Hilfsmittel.

NR: Auch ich bin an die Schweigepflicht und den Datenschutz gebunden. Der Inhalt der Beratung bleibt unter uns und an die Krankenkasse geht nur der Teil des Protokolls, aus dem die übergeordneten Bedarfe hervorgehen, z.B. du bist häufiger gestürzt und unsicher beim Gehen, das bedeutet für mich Thema Mobilität in der Häuslichkeit. Ein Schulungsgrund wäre die Sturzprophylaxe und die Empfehlung, einen Rollator zu rezeptieren. Dir entstehen dabei keinerlei Kosten außer Rezeptgebühren. Die Pflegeberatung sowie Schulungen wird durch die Kassen abgedeckt.