Pflegende Angehörige von Demenzkranken wirkungsvoll entlasten

Wie können pflegende Angehörige von Menschen mit einer Demenzerkrankung wirksam entlastet und unterstützt werden? Dazu wurden im Projekt „Entlastungsprogramm bei Demenz – EDe“ mit mehr als 300 betroffenen Familien mittels eines computerbasierten Einschätzungsinstruments zur Belastungssituation überzeugende Antworten gegeben. Das Modellprojekt wurde in Minden-Lübbecke durchgeführt und wissenschaftlich vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) begleitet. Im Rahmen einer Fachtagung, die am 17. November in Vallendar (bei Koblenz) stattfinden wird, wird ein ausführlicher Einblick in die Ergebnisse des Projekts gegeben, das über eine Laufzeit von drei Jahren vom Spitzenverband der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen (GKV-Spitzenverband) gefördert worden ist. Anmeldungen zu dieser Tagung sind noch möglich.

Neun eigens geschulte Pflegefachkräfte haben als Gesundheitsberater die Familien in einer 18-monatigen Feldphase zu Hause besucht und mittels des Einschätzungsinstrumentes Berliner Inventar zur Angehörigenbelastung – Demenz (BIZA-D) die Belastungen eingeschätzt und dokumentiert. Die gesammelten Erkenntnisse wurden für eine individuelle und möglichst effektive Beratung der Familien genutzt. „Wir haben einen sehr guten Einblick in die familiäre Situation bekommen und die Erkenntnisse haben dabei geholfen, die Versorgung der Demenzkranken gezielt zu stabilisieren“, berichtet Susanne Wullenkord, eine der Gesundheitsberaterinnen.

Grundlagen, Durchführung und Wirkungen des Modellprojektes werden bei der Abschlusstagung am 17. November 2009 in der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Vallendar (PTHV) bei Koblenz der Fachöffentlichkeit vorgestellt und diskutiert. Unter anderem werden die Entwicklerinnen des BIZA-D, Prof. Susanne Zank und Prof. Claudia Schacke, Einblicke in das Verfahren geben. Ferner werden auf der Tagung auch das im Projekt EDe eingesetzte Beratungskonzept sowie die neu entwickelte Schulungsreihe für pflegende Angehörige demenzerkrankter Menschen in Workshops vorgestellt. Das Programm der Tagung sowie ein Anmeldeformular können von der Projekt-Homepage (www.projekt-ede.de) heruntergeladen werden. Anmeldungen zur kostenlosen Teilnahme sollten bis spätestens zum 31. Oktober 2009 erfolgen. Die Plätze sind begrenzt.

Träger ist die PariSozial gemeinnützige Gesellschaft für paritätische Sozialdienste mbH im Kreis Minden-Lübbecke. Weitere Kooperationspartner sind ambulante Pflegedienste, Pflegekassen, der Medizinische Dienst der Krankenversicherung sowie Anbieter von sozialen Dienstleistungen in der Modellregion Minden-Lübbecke.

Kontakt: Sandra Blome, Projektkoordinatorin, Tel: 0571/ 3982543;
info@projekt-ede.de; www.projekt-ede.de