Stomaverträgliche Einschulungstorte

Moin ihr Lieben!

Heute möchte ich euch von meinem zweiten Hobby Backen berichten und wie es mit meinem Stoma zusammenpasst. Ich lebe das Backen dann komplett aus. Bei mir muss eine Torte nicht nur gut schmecken, sondern sie soll auch super aussehen – je nachdem, was für einen Anlass es gibt, diese Torte zu backen. Das ist ganz schön zeitaufwendig. Von der Planung bis zum Anschnitt der Torte gehen meist ein bis zwei Wochen ins Land. Wie soll die Torte zum Schluss aussehen und was genau benötige ich dafür? Die Zeit, die ich dafür benötige, muss ich gut strukturieren, damit ich nicht in Stress verfalle. Stress ist für mich und mein Stoma nicht gut. Stress kann meine Grunderkrankung, Morbus Crohn, negativ beeinflussen und somit einen Schub auslösen. Da ich das nicht möchte und mir meine Gesundheit wichtig ist, nehme ich mir immer viel Zeit, um Pausen einzuplanen.

Wenn der genaue Plan steht, gehe ich einkaufen. Beim Einkaufen hilft mir immer mein Mann, damit ich nicht zu schwer hebe. Manches bekomme ich nicht in einem normalen Lebensmittelladen. Zum Glück habe ich ein Fachgeschäft bei mir in der Nähe gefunden und die Fahrzeit ist damit kurz. Wenn dann alles zusammen ist, kann es mit dem eigentlichen Backen auch schon losgehen. Hier in den Bildern seht ihr einen normalen Teig. Diesen Teig habe ich in sieben kleine Portionen abgeteilt und eingefärbt. Es sollte beim Anschnitt der Torte ein Regenbogen entstehen.  In diesem Fall nicht nur hübsch von außen, sondern auch von innen. Als Creme habe ich mich für eine Frischkäse-Butter-Creme entschieden, die ist stabil und kann einiges ab. Da in diesem Fall der Empfänger kein Obst mag, habe ich dieses einfach weggelassen.

Außen sollte das Auto Lightning Mc Queen aus der Serie „Cars“ zu sehen sein, ich denke man erkennt es. Um den Fondant richtig auf die Torte zu bekommen, ist es wichtig, einen geeigneten Untergrund zu schaffen. Dieser Untergrund besteht hier aus einer einfachen Buttercreme, die ich ganz glatt und dünn um die Torte verteilt habe. Das dauert immer etwas, bis man das ganz glatt hat. Dann knete ich den Fondant gut durch und rolle ihn dünn aus. Das ist nicht ganz einfach, da er auch gerne mal reißt. Nun lege ich mir den Fondant auf die Unterarme und hebe ihn vorsichtig auf die vorbereitete Torte und streiche ihn glatt. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, um ihn wirklich glatt und sauber auf die Torte zu bekommen. Meine ersten Werke sahen auch nicht schön aus, schmeckten aber immer. Also nur Mut und ausprobieren.

Wenn alles so läuft wie geplant, habe ich keinen Stress, sondern einfach nur Spaß. Aber es kann auch wirklich stressig werden, wenn etwas nicht funktioniert. Dann laufen bei mir auch mal die Tränen und mein Mann tröstet mich dann immer. Oft hat mein Mann dann auch noch die rettende Idee, zu zweit denkt man besser und dann geht es weiter und alles ist gut.

Die Torten werden recht schwer, die Torte hier hat knapp 10 kg gewogen, wenn das für euch zu schwer ist, lasst euch helfen. Zum Genuss, meine eigenen Torten auch selbst zu essen, kommt es nicht immer, aber die, die ich mitessen durfte, habe ich immer sehr gut vertragen. Egal, ob ich mit Obst oder ohne gearbeitet habe. Wichtig ist, wie immer, gut kauen. Den Fondant selbst vertrage ich zwar ausgezeichnet, kann aber dennoch nur eine kleine Menge davon essen. Der Fondant ist nur süß, halt purer Zucker.

Ich bin niemandem böse, wenn er die Deko nicht essen möchtet, es geht hier nur um die Optik. Lecker ist es dann von innen. Wenn ihr so aufwendig und zeitintensiv backt, denkt auch immer daran, selbst ausreichend zu essen und zu trinken, ich kann das dann gerne vergessen. Mit einer guten Planung kann man aber super auch kreative und aufwendige Torten backen. Backen ist für mich auch Entspannung und „mal etwas anderes machen“.

Leider backe ich viel zu selten, es muss einfach auch einen Anlass geben. Einfach nur für das Backen mache ich das dann auch nicht, dafür ist es mir dann zu teuer und zu aufwendig. Jetzt ist die Einschulungszeit bei uns im Norden vorbei und das Backen auch. Mal sehen, welche Torte ich für wen als Nächstes backen darf.

Euch wünsche ich ganz viele hervorragende Ideen und eine stressfreie Umsetzung eurer Werke. Wer Tipps oder Rezepte haben möchte, kann das gerne in den Kommentaren hinterlassen.

Viel Spaß,

eure Melli