Thema des Monats: Ärztemangel – Risiken und Chancen

Gleich zwei Veranstaltungen machen auf das wachsende Problem vor allem in ländlichen Regionen aufmerksam: Namhafte Vertreter des Gesundheitswesens diskutieren in Berlin während des 2. Greifswalder Symposiums am 18. Oktober und bei KBV kontrovers am 28. Oktober die Zukunft der Gesundheitsversorgung.

Immer weniger Mediziner sind bereit, sich als Vertragsarzt, vor allem in ländlichen Gebieten, niederzulassen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Budgetierung, zunehmende Bürokratisierung und eine schwache Infrastruktur auf dem Land gehören dazu. Durch einen Mangel an Ärzten ist die flächendeckende Rund-um-die-Uhr-Versorgung in Gefahr. Aus diesem Grund haben die KBV und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) verschiedene Konzepte ausgearbeitet, um einem Ärztemangel entgegenzuwirken.

Die KBV fordert, die aktuelle Bedarfsplanung durch eine intelligente, sektorenübergreifende Versorgungssteuerung zu ersetzen. Dazu hat sie die kleinräumige Versorgungsanalyse entwickelt, die die KVen seit 2007 online nutzen. Zurzeit arbeitet die KBV an einem elektronischen Gesundheitsinformationssystem, das die sektorenübergreifende kleinräumige Bedarfsplanung ermöglichen soll. Eine drohende Unterversorgung soll somit frühzeitig erkannt und vermieden werden.

Zudem sind verschiedene Kooperationslösungen zwischen den KVen und den Krankenhäusern denkbar. Zu deren Umsetzung hat die KBV Regionalverbünde aus den KVen, den Landeskrankenhausgesellschaften, den Landesärztekammern und den Landesministerien in jedem Bundesland vorgeschlagen.

Zusätzlich zu solchen Kooperationen ist es wichtig, die Medizinstudenten frühzeitig für eine Niederlassung zu begeistern und sie dabei zu unterstützen. Hierzu gibt es bereits verschiedene Initiativen der KVen: Sie unterstützen Praxisneugründungen beziehungsweise Übernahmen, finanzieren Lehrstühle für Allgemeinmedizin und kooperieren mit Krankenhäusern bei der Weiterbildung.

Quelle: Kassenärztliche Bundesvereinigung