Traditionelle chinesische Medizin – was bedeutet das?

Die traditionelle chinesische Medizin (kurz TCM) stützt sich auf die Theorien von Yin und Yang.

Diese können als zwei gegensätzliche Arten von Energien im Körper beschrieben werden und bilden zusammen die universelle Lebensenergie – das Qi. Es fließt in 12 Hauptströmen, den sogenannten Meridianen, auf denen sich auch die Akupunkturpunkte befinden, durch den Körper. Jedem Meridian ist ein Organsystem zugeteilt. Sind Yin und Yang im Ungleichgewicht, wird das Qi blockiert, es kann somit nicht mehr frei fließen und es führt dazu, dass Krankheiten entstehen.

TCM ist dazu da, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen. Sie wird aber auch zur Prävention von Krankheiten eingesetzt.

Die Diagnose wird durch Befragung sowie eine genaue Inaugenscheinnahme des Patienten gestellt. Der Patient schildert genau den Verlauf der Beschwerden und deren Lokalisationen im Körper. Zusätzlich werden vor allem die Körperhaltung, die Zunge, der Puls sowie die Haut und die Augen untersucht. Anders als in der westlichen Schulmedizin liegt der Fokus nicht auf einer einzelnen Krankheit, sondern es wird mit Hilfe aller Beschwerden und Eigenschaften ein ganzes „Muster der Disharmonie“ entwickelt. Damit wirkt die verschriebene Therapie nicht nur auf ein Organ, sondern auf den gesamten Organismus.

Die traditionelle chinesische Medizin kann zwar grundsätzlich bei jeder Art von Krankheit eingesetzt werden, jedoch liegt der Fokus eher auf chronischen Erkrankungen und Schmerzerkrankungen. Sie kann sogar bei der Linderung von Allergien, bei Depressionen und bei der Entwöhnung von Suchterkrankungen helfen.

Meistens wird TCM jedoch nur als Ergänzung zur westlichen Schulmedizin und nicht zur alleinigen Therapie gewählt.