Umfrage: Gesetzesinitiative zur Pflege trifft den Nerv

Hamburg, 29. März 2018. Mit der Ankündigung dreier Gesetzespakete noch vor dem Sommer hat die Regierung erste Prioritäten in Sachen Gesundheitspolitik gesetzt: Themen sind Stärkung der Pflege und eine bessere medizinische Versorgung. Vor allem das Top-Thema „Pflege“ trifft den Nerv der Menschen in Deutschland, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigt: 97 Prozent aller Befragten sehen es als vorrangige Aufgabe der Regierung, für bessere Arbeitsbedingungen in Pflegeheimen und Krankenhäusern zu sorgen. Etwas geringer fiel die Zustimmung unter den privat Versicherten aus: Hier sehen 93 Prozent Priorität bei der Stärkung der professionell Pflegenden. Die Regierung plant ein „Sofortprogramm“, um neue Stellen in der Pflege zu schaffen, und eine „konzertierte Aktion Pflege“.

Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK, erklärt: „Der Bedarf an ausgebildeten und motivierten Pflegekräften ist erkennbar groß. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, dass die Politik auch die heute schon professionell Pflegenden in den Blick nimmt, damit diese Pflegeprofis auch im Job bleiben. Dafür müssen diese für unsere Gesellschaft so wichtigen Berufe langfristig attraktiver werden.“

Mehr Zeit mit dem Arzt ist Menschen wichtiger als War­te­zei­ten

Die zweite von der Regierung angekündigte Initiative betrifft die Versorgung. Die Wartezeiten auf Arzttermine sollen kürzer werden. Drei von vier Befragten (76 Prozent) sehen darin eine vorrangige Aufgabe der Politik – besonders hoch ist die Zustimmung in Nordrhein-Westfalen (82 Prozent) und unter allein Lebenden (82 Prozent). Dafür zu sorgen, dass Ärzte mehr Zeit für Patienten haben, sehen 85 Prozent als wichtigen politischen Auftrag – also sogar noch mehr als beim Thema Wartezeiten.

Not­auf­nah­men entlasten

Auch weitere Gesundheitsthemen treiben die Menschen in Deutschland um: 73 Prozent sind der Meinung, dass sich die neue Regierung um die überfüllten Notaufnahmen kümmern muss. 86 Prozent halten es für sinnvoll, in Krankenhäusern spezielle Arztpraxen einzurichten, die den Patienten die Entscheidung „Notaufnahme“ oder „ambulante Praxis“ abnehmen. Besonders hoch ist die Zustimmung bei denjenigen mit Volks- oder Hauptschulabschluss sowie unter Großstädtern. Die Umfrage ergab zudem, dass von jenen Befragten, die sich auf eigene Initiative in die Notaufnahme aufgemacht hatten, nur 40 Prozent vor Ort tatsächlich medizinische Notfallmaßnahmen benötigten. Bei sechs von zehn Besuchern gab es vor Ort Entwarnung.

Quelle: TK.de