Urlaub – Tipps für Reisen mit dem Rollstuhl

Ab in den Urlaub – Tipps für die Reise mit Rollstuhl

 

Oje, diese Jahreszeit… Regen, eisiger Wind, kalte Greifreifen, der Frühling will partout nicht kommen… Beginnt das Wetter, Euch aufs Gemüt zu schlagen? Höchste Zeit für eine Auszeit!!! Ab in wärmere Gefilde! Ein Urlaub tut jetzt gut, aber wie packt man es an?

Ihr wollt nicht ewig lange fahren, also muss ein Flug her. Wenn Ihr nicht pauschal über ein Reisebüro bucht, sucht euch ganz normal einen Flug heraus und meldet nach der Buchung Euren Rollstuhl sowie die Einstiegshilfe bei der Fluggesellschaft an. Manchmal lohnt es sich, nach Rabatten zu fragen. Turkish Airlines zum Beispiel bietet eine Ermäßigung für Menschen mit Behinderung. Je nachdem, wie lange der Flug dauert, solltet Ihr Euch noch mal rückversichern, ob auch ein Bordrollstuhl für eventuelle Toilettengänge mit an Bord ist

Nach dem Check-In könnt Ihr selbst entscheiden, ob Ihr selbstständig zum Gate rollt oder Euch helfen lasst. Wenn Ihr das wollt, bringt Euch der Mobilitätsservice direkt vom Schalter zum Gate. Das spart sehr viel Zeit, da Ihr an allen Schlangen (Pass- und Sicherheitskontrolle) vorbeigeführt werdet. Wichtiger Tipp: Besteht immer darauf, im eigenen Stuhl zum Gate zu fahren und diesen auch am Ankunftsgate zurückzubekommen (entsprechenden Anhänger am Stuhl „deliver at aircraft“ nicht vergessen!).

Und noch ein wichtiger Tipp aus eigener Erfahrung: Packt Euch eine Notfalltasche für das Handgepäck mit z.B. wichtigen Medikamenten und großzügig denjenigen Utensilien, die Ihr nicht so einfach am Ankunftsort kaufen könnt. Geht am besten auf Nummer sicher für drei bis vier Tage, falls das Gepäck mal einen anderen Weg nimmt und etwas länger braucht.  Ich musste dies schon schmerzlich erfahren, als mein Gepäck im Maledivenurlaub nicht mit auf die Insel gekommen ist. Bei einem Wettkampf in der Türkei sind meine Katheter zu Hause geblieben – hier konnte mir zum Glück mein Ansprechpartner bei der GHD GesundHeits GmbH Deutschland weiterhelfen und mich schnell über das internationale Netzwerk mit Kathetern versorgen. Gut, wenn Du einen verlässlichen Partner im Rücken weißt. Noch besser, wenn Du im Handgepäck vorgesorgt hast. Das macht Reisen auf jeden Fall entspannter.

Drei Reisezieltipps

Mallorca: Der Klassiker

Ja, der Klassiker. Riesen-Vorteil: Mallorca ist touristisch voll erschlossen und bietet viele Vorteile für Rollstuhlfahrer: umgebaute Mietwagen (ich habe bei www.rentacarkurt.com gemietet), rollstuhlgerechte Hotels und Unterkünfte sowie barrierefreie Strände. Außerdem ist Mallorca eine wunderschöne Insel, die für jeden etwas zu bieten hat.

Lanzarote: Die raue Schönheit

Die Insel besticht durch den Kontrast von dunklem Lavagestein, schönen Stränden und türkisblauem Wasser. Bis auf die Höhlen sind die Sehenswürdigkeiten weitestgehend barrierefrei. Außerdem ist Lanzarote ein Paradies für Handbiker und Radfahrer. Jedes Jahr im Februar findet hier die Handbike Challenge Vuelta Playa Blanca statt und die Insel wird von den Handbike-Profisportlern als Trainingsziel genutzt. Mein Tipp: Die Insel hat die perfekte Größe, um in einer Woche alles zu sehen. Bucht eine Unterkunft in Playa Blanca, z.B. barrierearme Zimmer im Timanfaya Palace oder Club Lanzasur mit 3 Minuten Fußweg zur Strandpromenade (auch dort gibt es umgebaute Mietwagen z.B. bei www.cabreramedina.com) und erkundet von dort aus die Insel.

Jordanien: Der Geheimtipp

Jordanien hat wohl niemand direkt auf seiner Liste, ist aber ein absolutes Traumziel. Das Land bietet alles – von kulturellen Stätten über beeindruckende Landschaften bis zu wunderschönen festen Sandstränden: Jerash (weitestgehend barrierefrei), totes Meer (Tipp: Dead Sea Spa Hotel, hier ist alles rollstuhlgerecht und es fährt Euch nach Bedarf ein kleiner Golfcart bis ans Wasser), eins der sieben Weltwunder: die Felsenstadt Petra. Hier bin ich zuerst mit der Kutsche runter – furchtbar holprige Fahrt. Aber es lohnt sich. Leider wird überall nur kurz gehalten. Danach bin ich nochmal selbst mit dem Rollstuhl runter. Hier brauchte ich hin und wieder etwas Hilfe, vor allem beim Rückweg, das solltet ihr aber auf jeden Fall machen! Dann noch Wadi Rum mit dem eigenen Auto oder mit Guide und die tollen Strände von Aqaba (Hotels Richtung Süden, toller fester Sand, bestens befahrbar). Mein Tipp: Auto mieten und die Hauptziele von Norden nach Süden genießen.

Ihr habt auch Tipps, könnt von eigenen Erfahrungen berichten oder benötigt mehr Details zu meinen Tipps? Dann lasst gern einen Kommentar da oder schreibt mich persönlich an!

Edina mit Rollstuhl in der Wueste
Edina beim tauchen
Edina mit Rollstuhl in beeindruckender Felsenkulisse