Kennt Ihr das Gefühl, wenn ihr etwas wirklich machen wollt, ihr aber nicht wisst, wie ihr es angehen sollt?

 

Im Tanzen, wie im Leben ist das ganz einfach: Alles beginnt mit einem beherzten ersten Schritt. Bei mir waren es genaugenommen zwei grenzwertig gedehnte Arme auf meiner Seite, an deren anderen Enden zwei offensichtlich fest entschlossene Mitschülerinnen zerrten und mich gleich mit einem halben Dutzend Schritte vom schummrigen Rand einer Tanzfläche direkt ist Rampenlicht des Parketts einer Schulparty beförderten.

„Absolutely Everybody“ ertönte da aus den Lautsprechern – fast kitschig und doch absolut passend. Und die Mitschülerinnen von damals fragten mich im Chor: „Macht es dir eigentlich Spaß, tanzenden Leuten zuzuschauen?“ Das ist einer dieser wundervollen Sätze, die ein Leben komplett auf den Kopf stellen können.

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Ungefähr so wie „Ich stehe JETZT auf!“ oder „Ich mache das JETZT!“. Die Motivation kann dann gar nicht anders, als etwas verzögert, wie ein schmollendes Kind, zu folgen… probiert es aus. Und die Motivation folgte: Ich war knapp 18 Jahre alt und ab da an beinahe jedes Wochenende auf der Tanzfläche meiner neuen Stammdiskothek in Hannover zu finden. Heute bin ich mit den unbekannten Mitschülerinnen von damals sehr gut befreundet, sie haben mich mit dem Tanzfieber infiziert – danke dafür.

Auch als es mich zum Studium nach Osnabrück verschlug, gab es bald eine Stammdiskothek und jede Menge Spielraum, sich tänzerisch auszutoben und zu entdecken. Eine große integrative Tanzaufführung, einen Rollstuhltanzsportworkshop und eine Weltmeisterschaft 2010 mit Bronze in den Latein- und den Standard-Tänzen später fand ich mich im internationalen Rollstuhltanzsport und auf internationalen Parketten von Warschau bis Peking mit meiner damaligen Tanzpartnerin wieder.

Heute bin ich zweifacher Vizeweltmeister, Europameister, Vizeeuropameister und mehrfacher Deutscher Meister in der Solo-Disziplin „Single Men 2“ – und by the way Tanzpartnerin suchend (Fußgängerin, ab B-Klasse, usw.). Gerade im Juni erst löste sich die Rad-Steckachse meines sportlichen Aktivrollstuhls wiederholt.
Nur einen Tag vor der Deutschen Meisterschaft in Frankfurt. Da ist guter und vor allem schneller Rat sprichwörtlich goldwert. Die GHD GesundHeits GmbH Deutschland in Osnabrück, mein Partner in allen Fragen um hochaktive Rollstuhlversorgung – und damit auch Supporter meiner Träume und Ziele – unterstützte mich umgehend. Das Ergebnis nach dem Wochenende: zweimal Gold, im Freestyle und dem kombinierten Latein-/Standardwettbewerb!
Erfolg ist Teamwork – nicht nur im Sport! Mit Euch möchte ich hier meine Erfahrungen teilen und würde mich freuen, den einen oder anderen bzw. die eine oder andere ebenfalls anzustecken. Nicht unbedingt mit dem Tanzen, aber gerne mit frischen Ideen und Impulsen für das eigene Leben – live aus dem Sportleralltag!