Was sind Naturheilverfahren?

Verfahren der Naturheilkunde wurden im 20. Jahrhundert durch die Schulmedizin und ihre technischen Innovationen weitestgehend verdrängt. Doch seit den 90er Jahren erfreuen sich die „sanften“ Verfahren immer größerer Beliebtheit.

Obwohl ein Großteil der Deutschen angibt, die klassische Schulmedizin regelmäßig durch Naturheilverfahren zu ergänzen, ist unklar, um was es sich bei diesen Methoden genau handelt. Eine übergeordnete Gemeinsamkeit aller Verfahren ist, dass sie das Ziel haben, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Die Naturheilkunde behandelt mit Licht, Wasser, Luft, Heilpflanzen, Ernährung und Lebensstiländerung.

Häufig werden Naturheilkunde und Alternativmedizin gleichgesetzt. Diese Vereinheitlichung lässt allerdings außer Acht, dass die Alternativmedizin nicht nur Naturheilverfahren einsetzt, sondern auch viele wissenschaftlich nicht anerkannte Methoden. Dazu zählen Schröpfen, Homöopathie oder der Einsatz von Schüßler-Salzen.

Die wichtigsten Therapieformen der Naturheilkunde

Hydrotherapie: Die Hydrotherapie behandelt mit Wasser, unter anderem Schmerzen. Außerdem sollen Körperfunktionen stabilisiert und der Körper zum Regenerieren angeregt werden. Zu den Anwendungsformen zählen Waschungen, Wickel, Güsse, Bäder oder die Sauna.

Bewegungstherapie: Zur Bewegungstherapie zählen populäre Formen wie Krankengymnastik oder Heilgymnastik. Hinter dem Konzept der Therapie steht die Idee, dass körperliche Aktivität Krankheiten bekämpfen und vorbeugen kann.

Ernährungstherapie: Bei der Ernährungstherapie werden wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirkweise verschiedener Lebensmittel benutzt, um durch spezielle Diäten Krankheiten zu heilen oder deren Symptome zu lindern.

Phytotherapie: Phytotherapie bezeichnet die Pflanzenheilkunde. Diese Art der Therapie gehört zu den ältesten, bekannten Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten.