Zurück auf den Brettern, die die Welt bedeuten

Am vergangenen Wochenende stand der erste Showauftritt des brandneuen Tanzsportjahres auf dem Plan.

Auf Einladung des Niedersächsischen Tanzsportverbandes ging es in Richtung Lingen – auf zum Niedersachsen-Pokal.

Der Niedersachsen-Pokal, müsst ihr wissen, ist ein echtes Tanzsportfamilientreffen. Auf dem Hinweg, unser Verbandsvizepräsident Wolfgang und seine Frau Angela Rolf nahmen mich freundlicherweise mit dem Auto mit dorthin, stellten wir gemeinsam fest, dass ich das letzte mal vor 5 Jahren dort anlässlich des 50igjährigen Verbandsbestehens performen durfte. Aber ich schwelge in Erinnerungen und möchte euch nicht mit sehnsüchtigen Selbstgesprächen langweilen, geneigte Leserinnen und Leser!

Warum schreibe ich ‚Tanzsportfamilie‘? Bei all dem, was wir, vielleicht gerade auch als sogenannte ‚Behinderte‘, an pädagogisch wertvollen aber medizinsauren Vorteilen und vermeintlichen Vorteilen sportlicher Aktivität teils wohlwollend teils vollkommen unangebracht geratschlagt bekommen, geht mir dieser eine, ganz wichtige Vorteil, absolut zu oft unter: Sport verbindet.

Als ich mit 14 Jahren Halbwaise wurde und familiär daraufhin sehr schwierige Zeiten bevorstanden, was ich freilich damals noch nicht wusste, kam mir der Gedanke an Sport noch gar nicht. Weil es mir niemand vorgelebt hatte – kein einziger meiner Freunde war Rollstuhlnutzer. Rückblickend weiß ich heute, dass Sport einen enormen Halt in allen Lebenslagen geben kann. Wie alles, was uns durch Leidenschaft oder Interesse verbindet.

Und ich möchte hiermit jeden ausdrücklich ermutigen, dieses ganz bestimmte und persönliche Ding im Leben zu finden, was euch mit anderen und mit euren eigenen Fähigkeiten und Talenten verbindet.

Der Niedersachsen-Pokal war ein toller Jahresauftakt auf dem Parkett: Hier geht es um die Faszination am Sport und dabei ganz überwiegend um Gemeinsamkeiten, also das, was uns verbindet, nicht um das, was uns trennt. Das ist einerseits der weltoffenen Tanzsportfamilie hier, in Niedersachsen, aber auch in Deutschland, zu verdanken. Andererseits kann man vermutlich aber auch stark dazu beitragen, indem man offen auf die Menschen zugeht, neugierig ist und sich auf Basis des gemeinsamen Nenners ‚Sport‘ austauscht. Seid neugierig – forscht danach, was euch verbindet!

Wir alle haben hochkarätigen Sport in Lingen genießen dürfen und die kreative, emotionale und ausdrucksstarke geballte Kraft von Tanzen – egal ob Hobby, Breitensport, Leistungssport oder sogar als Beruf. Für dieses Wochenende möchte ich mich ganz besonders bei meinem Heimverein, dem Turnklub zu Hannover (TKH) und unserem Vorsitzenden Hajo Rosenbrock sowie dem gesamten Vorstand der Tanzsportabteilung bedanken für euren Sportspirit, der Offenheit und Dialog ganz groß schreibt und förmlich atmet.

Aber seht selbst auf dem Foto anbei – hier auf dem Niedersachsen-Pokal mit der Formation und einem Einzelpaar des Turnklub zu Hannover… Verbunden durch Sport – und ein Parkett voller Reifen- und Schuhabsatzspuren. Ihr seid großartig!