Tipps und Tricks für Rollstuhlfahrer in der kalten Jahreszeit

Der Winter mit Schnee und Kälte bietet einige Herausforderungen – gerade für Rollifahrer. Als ob es nicht genug wäre, dass Schnee und Eis die Fortbewegung mit dem Rollstuhl schwierig und nicht zuletzt anstrengend gestalten, auch die Kälte ist ein echtes Problem. Wir möchten Ihnen deshalb einige Tipps geben, wie Sie besser vorankommen und Sie sich warmhalten können:

Das Fahren im Schnee oder Matsch ist mit kleinen Lenkrädern selbst für erfahrene Rollifahrer eine Herausforderung. Sie können einsinken und erschweren das Vorankommen. Aber hier gibt es einige Möglichkeiten, um den Winterspaziergang zu erleichtern. Der Klassiker sind die Wheelblades: kleine Skier, die man unter die Lenkräder klemmt. Aber auch ein Free Wheel kann helfen, dieses Problem zu umgehen. Durch das Anbringen werden die kleinen Lenkräder einfach angehoben. Des Weiteren macht ein Satz Wechselbereifung mit Mountainbike-Bereifung für den Rollstuhl Sinn.

Um auch im Straßenverkehr optimal unterwegs zu sein, fehlt jetzt noch etwas Licht und euer Rolli ist perfekt ausgestattet. Hier gibt es ebenfalls verschiedene Möglichkeiten. Es empfehlen sich primär LED-Speichenlichter, da diese nicht nur Sicherheit bieten, sondern den Rollstuhl auch optisch aufpeppen können. Zusätzlich bieten sich Handschuhe mit Gripp und wasserdichtem Material an. So bleiben die Hände nicht nur warm, sondern man kommt auch schneller bei Nässe voran.

Durch den klassischen „Zwiebel-Look“ kann man sich mit Kleidung effektiv vor Kälte schützen. Am besten sind drei Lagen geeignet. Hier ist vorwiegend das Luftpolster zwischen den einzelnen Kleidungsschichten entscheidend, denn dieses isoliert besser als wenige dicke Schichten. Als unterste Schicht empfiehlt sich hier Funktions-Unterwäsche. Darüber sollte ebenfalls Thermowäsche aus Daunen, Fleece oder mit Wattierung getragen werden. Die dritte Schicht bilden Kleidungsstücke, die man beim Aufenthalt in geschlossenen Räumen am schnellsten ausziehen können sollte. Das reicht von Jacken über einen Schlupfsack bis hin zu Mützen, Schals und Handschuhen – also alles, was vor Wind und Wetter schützt.

Doch, was, wenn die Kälte sich doch zu den eingepackten Füßen im Rollstuhl vorkämpft? Wir haben bei Robby Krannich nachgefragt. Unser Kollege aus unserer Werkstatt in Dresden hat schon vieles gehört: „Von Wärmesalben zu ultradicken Schuhen und diese ganzen Geschichten“. Das seien zwar auch Möglichkeiten, die viele nutzen würden, aber in den wenigsten Fällen wirklich praktikabel.

Er stellte nach einigem Probieren fest, dass für ihn nur noch beheizbare Wärmesohlen infrage kommen. „Da gibt es verschiedene Modelle, beispielsweise welche mit Kabel und welche ohne. Ich empfehle hier auf jeden Fall die ohne Kabel mit Akku. So ist das Risiko von Druckstellen nicht gegeben“, erklärt der erfahrene GHD-Mitarbeiter. Dabei werden die Sohlen über Nacht aufgeladen, danach schaffen sie etwa sechs bis zehn Stunden. Besonders praktisch: Manche Modelle regeln die Temperatur selbstständig. „Sowas merkt man als Querschnitt natürlich nicht, ob es da zu heiß wird“, so Robby Krannich. Die Sohlen sorgen nicht nur für warme Füße ohne Verbrennungsrisiko oder Druckstellen, sondern sind natürlich auch frei verkäuflich, unter anderem in unseren GesundHeits- und Mobilitätszentren zusammen mit der passenden Beratung.

Um die Sohlen beim Aufwärmen zusätzlich zu unterstützen, sollte auf atmungsaktives Gewebe bei Socken und Strumpfhosen geachtet werden. „Das ist hierbei ein wichtiger Faktor“, erklärt Robby Krannich. Allgemein empfiehlt der Rollstuhlfahrer jedoch „immer in Bewegung zu bleiben und bitte nicht die Füße ans offene Lagerfeuer zu halten“.

So gerüstet steht dem Spaziergang durch schneebedeckte Wälder nichts mehr im Wege! Sollten doch noch Fragen offengeblieben sein, Beratung gewünscht sein, oder Produkte ausprobiert werden, kommen Sie gerne bei Robby Krannich in Dresden oder in einem unserer anderen Standorte vorbei und wir machen Sie winterfest.

Wheelblade