Was sind inaktive Wundauflagen?

Wunde ist nicht immer gleich Wunde. Daher ist es kaum verwunderlich, dass es etwa 7.000 verschiedene Produkte zur Wundbehandlung gibt. Einen Überblick darüber zu haben, welche Wundauflage für welche Art von Wunde geeignet ist, ist nicht einfach. Wir geben einen kurzen Überblick, der Ihnen bei der Auswahl helfen kann.

Was ist überhaupt eine Wundauflage?

Der Name impliziert bereits, dass Wundauflagen äußerlich auf die Wunde aufgelegt werden. Sie hindern Fremdkörper am Eindringen in die Wunde und nehmen gleichzeitig Blut und Wundflüssigkeit auf. Dabei wird ein im besten Fall heilungsförderndes Wundklima erzeugt.

Welche Arten von Wundauflagen gibt es und für welche Wundarten werden sie benutzt?

Man unterscheidet zwischen inaktiven, interaktiven und aktiven Wundauflagen.

Inaktive Wundauflagen

Inaktive Wundauflagen werden bei der trockenen Wundbehandlung eingesetzt. Dazu zählen unter anderem Wund- und Haushaltspflaster, Mull-, Saug-, Aktivkohle- und Wundkompressen, Wundgaze und -gitter sowie Schnellverbände. Bei geschlossenen (vernähten, geklammerten oder geklebten) Wunden werden in der Regel sterile Wundschnellverbände oder Sprühpflaster verwendet. Mull- und Wundkompressen sind Baumwollverbände, die hauptsächlich bei kleineren Alltagsverletzungen angewendet werden. Sie haben eine durchschnittliche Saugkraft und können daher leicht mit Wunden verkleben. Bei chronischen Wunden sollten sie deshalb nicht verwendet werden, da hierdurch die Wundheilung verzögert werden kann.

In solchen Fällen können wasserabweisende Wundgitter verwendet werden, die ein Verkleben mit der darüber liegenden Wundkompresse verhindern. Bei (stark) riechenden oder infizierten Wunden können Aktivkohlekompressen verwendet werden. Diese sind geruchsneutralisierend (Achtung: die Aktivkohlekompressen dürfen nicht zerschnitten werden).
Stark exsudierende (nässende) Wunden können mit Saugkompressen behandelt werden. Trockene Nekrosen bei einer pAVK sind erst im Anschluss an eine erfolgreiche Revaskularisierung zu entfernen. Sie dürfen keinesfalls vor einem solchen Eingriff eingeweicht werden. Bis dahin sind nur trockene Verbandwechsel durchzuführen!