Gefahr von Nährstoffmangel bei Stoma

Hallo ihr Lieben! 🙂

Mein Sommer war dieses Jahr sehr ereignisreich und auch durchaus anstrengend. Warum? Ich lebe derzeit auf einer Baustelle, verbunden mit viel Lärm und Schmutz.

Unsere Mietwohnung wird saniert, ist eingerüstet und wird gegen die bevorstehende Kälte gedämmt. Um vom Lärm und Schmutz möglichst wenig mitzubekommen, bin ich oft von zu Hause weg gewesen. Natürlich ist es schön, viel unterwegs zu sein, aber es ist eben auch anstrengend. Auch habe ich den Wasserrettungsdienst bei der DLRG wiederaufgenommen und am Timmendorfer Strand meinen Dienst absolviert. Meine ersten Tage dort waren mit vielen Einsätzen spannend, jedoch kostet dies auch viel Energie.

Apropos Kraft und Energie: um diese wieder aufzutanken, war ich mit einer Freundin in Schweden und Dänemark, was viel Ruhe brachte. Die Ostseeküste habe ich dann noch mit meinem Mann zusammen erkundet und wir waren da z.B. in Binz auf Rügen.

Leider hat das Kraftauftanken nicht so gut geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe. Trotz meines Urlaubs, fühle ich mich müde und kraftloser, so dass ich meinen Arzt aufsuchte.

Der Arztbesuch bestätigte meine Vermutung:  Ich habe einen Nährstoffmangel.

Naehrstoffe-bei-Stoma

Was bedeutet ein Nährstoffmangel (i.S. für mich als Stomaträgerin)?

Ein Nährstoffmangel entsteht immer dann, wenn unser Körper über einen längeren Zeitraum hinweg nicht ausreichend mit bestimmten Nährstoffen versorgt wird. Zu den Nährstoffen gehören einerseits die sogenannten Makronährstoffe, also Kohlenhydrate, Fette und Proteine, und andererseits die Mikronährstoffe, also Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Die Makronährstoffe versorgen unseren Körper insbesondere mit Energie und liefern ihm Bausteine für den Aufbau unserer Zellen, Gewebe und Organe.

Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe wie zum Beispiel Eisen, Magnesium oder Kalzium, sind hingegen keine Energielieferanten. Stattdessen sind sie für eine Vielzahl von Körperfunktionen unverzichtbar, wie zum Beispiel den Stoffwechsel, das Zellwachstum, die Immunabwehr und viele mehr. Ein Nährstoffmangel kann deshalb viele verschiedene Funktionen unseres Körpers beeinträchtigen.

Warum ist ein Nährstoffmangel gerade mit einem Stoma besonders gefährlich?

Bei Anlage eines künstlichen Darmausgangs kann es, vor allem wenn auch große Dünndarmabschnitte entnommen wurden, trotz entsprechender Ernährung zu Verlusten an Nährstoffen kommen. Ein erhöhtes Risiko dafür besteht besonders in der Anfangsphase nach der Anlage eines Stomas, wenn die Ernährung Schritt für Schritt aufgebaut wird.

Aber auch bei anhaltenden starken Durchfällen und bei hoher Ausscheidung über das Stoma sind Nährstoffverluste möglich. Dabei ist hauptsächlich die Aufnahme von Substanzen wie Kalzium, Magnesium, Eisen, Kalium und Zink, Vitamin B12 und fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) gefährdet. Aber auch die Energie- und Flüssigkeitszufuhr kann leiden.

In meinem Fall habe ich einen Mangel an Folsäure und das Vitamin D.

Was kann man mit Stoma gegen einen Nährstoffmangel tun?

Um die Nährstoffe zu ersetzen, können Tabletten und Nahrungsergänzungsstoffe eingenommen werden. Allerdings reichen diese oft nicht aus. Dann sind Injektionen (Spritzen) oder Infusionen (Tröpfe), die die Nährstoffe unter Umgehung des Magen-Darm-Trakts in den Körper bringen, erforderlich. Damit kann nicht nur der Nährstoffmangel ausgeglichen, sondern auch für eine optimale Energie- und Flüssigkeitsversorgung gesorgt werden.

Jetzt nehme ich jeden Tag Folsäure und einmal die Woche Vitamin D. Ich hoffe sehr, dass mir das hilft und ich wieder mehr Kraft und Energie bekomme!

Das Vitamin B12 spritze ich regelmäßig unter die Haut, da mir der Dünndarmabschnitt fehlt, wo das Vitamin B12 in die Blutbahn aufgenommen wird. Alle anderen wichtigen Mikronährstoffe lasse ich regelmäßig beim Arzt kontrollieren (Blutabnahme) und nehme diese dann bei Bedarf ein.

Wie sieht es bei euch aus? Werdet ihr von eurem Arzt über Vitamine und Mineralstoffe aufgeklärt? Kontrolliert euer Arzt regelmäßig euer Blutbild?

Ich freue mich auf Eure Antworten.

Bleibt gesund und bis bald,

Eure Melanie