Moderne Behandlungsmethoden gegen Arthrose

Arthrose bezeichnet einen fortschreitenden Gelenkverschleiß. Oftmals wird dieser durch mangelnde oder auch gelenkbelastende Bewegung und damit einhergehender Muskelrückbildung ausgelöst, aber auch Unfälle oder Verletzungen können ein Auslöser sein. Dadurch kann das Gelenk nicht mehr richtig geführt werden und die Knorpelschicht des Gelenks reibt sich langsam ab, sodass die Knochen im letzten Stadium direkt aneinander reiben und das Gelenk versteift. Übergewicht oder Fehlhaltungen können diesen Knorpelabrieb begünstigen. Bis die Veränderung von Knorpel und Knochen nach ein paar Jahren wirklich schmerzhaft wird, bemerkt man die anfängliche Arthrose zunächst meist nicht. Erst im späteren Verlauf werden die ersten Gelenkschmerzen wahrgenommen. Am häufigsten sind die Knie- und Hüftgelenke betroffen, da diese die meiste Belastung erfahren.

Wie kann Arthrose behandelt werden?

Je nach Fortschritt des Verschleißes können die Beschwerden durch moderne Behandlungsmethoden gelindert und das Fortschreiten der Arthrose sogar gänzlich gestoppt werden. Eine vollständige Heilung und Wiederherstellung des Knorpels

Arthrose

selbst ist jedoch nicht möglich. Zur grundlegenden Behandlung jeder Arthrose-Form gehört die Physiotherapie sowie regelmäßige, gelenkschonende Bewegung, wie etwa Schwimmen, Spazierengehen oder auch Fahrradfahren in niedrigen Gängen. In frühen Stadien der Krankheit können die Muskeln trainiert werden, sodass das Fortschreiten der Arthrose ohne operative Maßnahmen gebremst werden kann. Welche Bewegungsform und in welcher Intensität und Häufigkeit diese für Sie geeignet ist, wird Ihnen Ihr Arzt erklären. Leiden Sie an Übergewicht, kann eine Ernährungsumstellung zur Prävention sinnvoll sein, um vorhandenes Fettgewebe zu reduzieren und die Gelenke nicht noch um ein Vielfaches mehr zu belasten. Bei Fehlstellungen wie X- oder O-Beinen dienen Orthesen oder orthopädische Schuheinlagen präventiv der Gelenkunterstützung und -führung. In einigen Fällen ist allein eine Physiotherapie allerdings nicht mehr ausreichend, da der Knorpel bereits zu weit abgerieben ist. Dann kommen nur noch operative Eingriffe infrage.

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Künstliche Gelenke als Ersatz?

In einem höheren Alter (etwa ab dem 60. Lebensjahr) wird meistens auf einen künstlichen Gelenkersatz zurückgegriffen (Gelenkprothese). Inzwischen gibt es allerdings auch sogenannte Bioprothesen, die im Rahmen einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) hergestellt werden können. Bei kleineren Knorpeldefekten wird bei einem minimalinvasiven Eingriff mit hoher Präzision der Knochen unter dem zerstörten Knorpel angefräst, sodass dort ein Blutkuchen entsteht. Aus diesem bildet sich dann innerhalb weniger Wochen eine Art Knorpelersatz, welcher den alten Knorpel im Idealfall ersetzen kann. Dadurch bleibt das eigene Gelenk erhalten. Bei großflächigeren Knorpeldefekten kommt das sogenannte AMIC-Verfahren (autogene matrixinduzierte Chondrogenese) zum Einsatz. Das Verfahren ist grundsätzlich das gleiche wie zuvor, jedoch wird auf den angefrästen Knochen eine zweischichtige Membran geklebt (oder genäht), sodass die Bioprothese im Ganzen stabiler ist.

Weitere arthroskopische Therapieverfahren

Ein weiteres arthroskopisches Therapieverfahren ist die Knorpeltransplantation. Hierzu werden körpereigene gesunde Knorpelzellen isoliert und „in der Petrischale“ nachgezüchtet. Diese Methode eignet sich jedoch nur für junge Patienten, die noch über ausreichend gesunde Knorpelzellen verfügen. Einige Ärzte setzen auch auf das Spritzen von Hyaluronsäure, um die Viskosität und Gleitfähigkeit der Gelenkflüssigkeit wiederherzustellen, sodass das Steifheitsgefühl der Gelenke minimiert wird. Diese Behandlungsmethode ist jedoch noch nicht ausreichend erforscht und wird deshalb auch (noch) nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sollten Sie bei sich Gelenkbeschwerden feststellen, sollten Sie das Gespräch mit einem Arzt suchen. Je früher Arthrose erkannt und behandelt wird, desto weniger schwerwiegend wird sie werden.