Welche Formen von Stuhlinkontinenz gibt es?

Den eigenen Stuhlgang nicht mehr kontrollieren zu können, ist für die meisten Menschen unvorstellbar. Doch in Deutschland leiden sechs Millionen Menschen an einer Harn- oder Stuhlinkontinenz.

 

Häufig treten eine Harn- und Stuhlinkontinenz parallel auf. In der westlichen Welt leiden im Schnitt fünf Prozent an einer Stuhlinkontinenz. In Deutschland gibt es demnach fünf Millionen Betroffene. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, da ihre Beckenbodenmuskulatur schwächer ist. Eine Stuhlinkontinenz liegt dann vor, wenn zunächst der Abgang von Darmgasen, im späteren Verlauf auch von Stuhlgang nicht mehr kontrolliert werden kann. Die Fachwelt unterscheidet die Krankheit in verschiedene Formen und Härtegrade. Dabei beschreibt der erste Härtegrad das unkontrollierte Entweichen von Darmgasen und das Verschmutzen der eigenen Unterwäsche. Der zweite Grad liegt vor, wenn die Wäsche häufig verschmutzt wird und teilweise unkontrolliert Stuhl abgeht. Betroffene des dritten Grades können ihre Darmgase und die Stuhlausscheidung nicht mehr kontrollieren.

Obstipation

Wenn der Stuhl zu lange im Dickdarm verweilt, verliert er Flüssigkeit und der Kot dickt zunehmend ein. Der Stuhl erreicht eine sehr harte Konsistenz und blockiert den Darm, sodass er nicht mehr ohne Beschwerden ausgeschieden werden kann.

Neurogene Stuhlinkontinenz

Bei einer neurogenen Stuhlinkontinenz ist die Kommunikation mit dem Hirn oder dem Rückenmark gestört. Ursachen für eine Kommunikationsstörung mit dem Hirn können Krankheiten wie Demenz, Schlaganfälle oder Tumore sein. Betrifft die Störung die Wirbelsäule und das Rückenmark, können die Ursachen Multiple Sklerose oder Nervenschädigungen sein.

Sensorische Stuhlinkontinenz

Bei einer sensorischen Stuhlinkontinenz ist die Wahrnehmung der Schleimhaut des Analkanals gestört. Diese kann bei einem Schlaganfall oder bei Bewusstlosigkeit auftreten.

Muskuläre Stuhlinkontinenz

Betroffene einer muskulären Stuhlinkontinenz leiden an einer geschädigten internen und oder externen Schließmuskulatur. Der häufigste Grund für diese Art von Schädigung ist ein Dammriss nach der Entbindung.