Wissenswertes zur Rückverlegung eines Stomas

Häufig wird ein Stoma nur zeitweilig angelegt. Wenn der Schließmuskel noch intakt und ein Rest des Darms noch vorhanden ist, ist in der Regel auch eine Rückverlegung möglich. Ein dauerhaftes Stoma wird angelegt, wenn der Schließmuskel entfernt werden musste.

 

Ein dauerhaftes Stoma wird angelegt, wenn der Schließmuskel entfernt werden musste. Eine Rückverlegung ist dann nicht mehr möglich, da der Stuhlgang ohne den Schließmuskel nicht mehr kontrolliert werden kann. Darüber hinaus können nur Ileo- und Kolostomien, also Dünn- und Dickdarmstomata rückverlegt werden. Eine Urostomie beziehungsweise eine künstliche Harnableitung ist meist dauerhaft. Wenn die Blase noch intakt ist, kann aber auch diese Art von Stoma zurückverlegt werden.

Ist der Schließmuskel funktionsfähig, ein Rest des Darmes noch vorhanden und eine Chemotherapie wird im Moment nicht benötigt, dann ist eine Rückverlegung theoretisch möglich. Allerdings hängt es stark von der ursprünglichen Erkrankung ab, ob eine Rückoperation in Betracht gezogen werden kann. Bei der Rückverlegung werden die beiden Darmabschnitte dann wieder zusammengefügt.

Was passiert nach der Operation?

Häufig funktioniert der Darm nach der Operation nicht zu 100%. Der Darm der Betroffenen muss erst wieder die Funktion des Entziehens von Wasser, also des Eindickens, „lernen“. Sehr viel häufigere Toilettengänge und häufig auftretende Hautprobleme am After sind deswegen die Folge. Um den Stuhl zu verfestigen, können entweder Medikamente, oder stuhl-andickende Lebensmittel eingenommen werden, beispielsweise folgende Lebensmittel:

  • Geriebener Apfel
  • Getrocknete Heidelbeeren
  • Karottenpüree mit geriebenem Muskat
  • Lösliche Ballaststoffe wie teilhydrolysiertes Guarkernmehl dienen den wichtigen, „gesunden“ Darmbakterien als Energiequelle und unterstützen deren Vermehrung.Dabei entstehen

 

Fettsäuren, die unter anderem bei Diarrhö/Durchfall an der Regulierung des Wasserhaushaltes im Dickdarm beteiligt sind. Sie dienen ferner der Dickdarmschleimhaut als wichtiger Energielieferant und können dadurch ihren Aufbau unterstützen.

Nach mehreren Wochen reguliert sich der Darm und der Schließmuskel hat sich wieder auftrainiert. Durch ein Beckenbodentraining in der Zeit der Stilllegung kann diese signifikant verkürzt werden.

Gerade nach der Operation sollte die Darmflora durch die richtige Ernährung unterstützt werden. Zum einen helfen prä- und probiotische Lebensmittel, zum anderen sollte jeder Betroffene selbstherausfinden, was ihm gut bekommt. Die Verträglichkeit von Lebensmitteln kann sehr unterschiedlich sein. So sollte beispielweise bei einer Ileostomie auf Sauerkraut verzichtet werden. Darüber hinaus sollte vor allem bei Ileo- und Urostomien darauf geachtet werden, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Für den Erfahrungsaustausch empfiehlt sich der Kontakt zu einer Stoma-Selbsthilfegruppe und der Austausch von Tipps und Ratschlägen mit anderen Stomaträgern, beispielsweise über die Deutsche ILCO e.V. (www.ilco.de) oder den Orchideentreff.

Alles weitere zum Thema Stoma finden Sie in unser Gesina-App und auf unsere Stoma Webseite.