Kann ich anderen beim Umzug helfen – mit Stoma?

Moin ihr Lieben,

neulich bin ich gefragt worden, ob ich Freunden beim Umzug helfen kann. Zunächst war ich mir nicht sicher, ob ich das kann und machen sollte. Gerade beim Umzug ist vieles viel zu schwer, als dass ich es heben dürfte. Mit Stoma ist es immer so eine Sache: Was genau darf man heben und was eben nicht? Ich halte mich da an die Faustregel, alles was ein Schätzgewicht von max. 10 kg hat, hebe ich, alles andere nicht. Auch das richtige Heben aus den Knien und Beinen ist wichtig. Nicht nur, weil es rückenschonender ist, damit entlastet man auch den Bauch und das Stoma. Eine super Hilfe ist auch die Stoma Bandage, dieses schützt das Stoma vor Druck und Stößen und stabilisiert die Bauchdecke. Daher ist es grundsätzlich wichtig, im Alltag möglichst immer eine Stomabandage zu tragen. Ich möchte nicht riskieren, einen Bruch – eine parastomale Hernie – direkt am Bauch oder am Stoma zu bekommen.

So mit Bandage ausgestattet und auf mich selbst achtend, habe ich dann auch am Umzug teilgenommen. Es waren auch ein paar starke Männer mit dabei, die konnten dann die Möbel und schwere Kisten tragen. Meine Aufgabe war es dann, die leichten Kisten und den üblichen Kleinkram zu nehmen. So laufe ich zwar oft mehr als die anderen, aber ich trage nur das, was auch wirklich geht und passe so auf mich auf. Meine Gesundheit ist wichtiger als alles andere, das wissen meine Freunde. Außerdem konnte ich mich noch um die Kinder kümmern, sodass die Eltern ungestört Möbel tragen konnten. Beim Zusammenbauen der Möbel in dem neuen Haus konnte ich wieder richtig gut mit anpacken. So habe ich mit zwei weiteren Helfern das Gästezimmer komplett mit aufgebaut. Gerade weil es alles Einzelteile waren, ging das super. Möbelaufbau ist ohnehin Teamarbeit und damit für mich kein Problem.

Was man nur bitte immer bedenken sollte: Bei einem gerade erst angelegten Stoma sind solche Aktivitäten noch nicht zu empfehlen. Mit der Zeit wird der Körper wieder belastbarer und macht eine ganze Menge mit – mehr als ich selbst am Anfang meines Stomas gedacht habe. Vieles ist für mich einfacher geworden, und ich bin glücklich, nicht immer auf meine Erkrankung reduziert zu werden. Heute und gerade jetzt wieder beim Umzug fällt es fast gar nicht mehr auf, dass ich Einschränkungen habe. Es ist ein schönes Gefühl, auch wieder für Andere da sein zu können! Überlegt immer genau, was ihr macht und wo und, wie ihr helfen könnt. Manchmal ist es auch gut, sich einfach um das leibliche Wohl der Helfer zu kümmern oder die Schränke sauber zu wischen, Kleinigkeiten eben. So hat es auch unsere schwangere Freundin gemacht und war damit auch eine ausgezeichnete Unterstützung.

Passt immer auf euch auf, es ist eure Gesundheit!

Eure Melli

Stoma-und-Umzug