Was sind interaktive Wundauflagen?

Bei der Wundversorgung gibt es unterschiedliche Wundauflagen. Dabei wird zwischen inaktive, interaktiven und aktiven Auflagen unterschieden. Die interaktiven Wundauflagen werden bei der sogenannten hydroaktiven Wundbehandlung verwendet. Ziel hierbei ist es, ein feuchtwarmes Milieu zu schaffen, wodurch die Wunde vor dem Austrocknen geschützt und das Verkleben der Wunde mit dem Auflagenmaterial verhindert werden soll.

Zu den hydroaktiven Wundauflagen zählen: Hydrofaser/Hydrofiberverband, Alginat, Hydrogel, silberhaltige und hydrokolloide Wundauflagen, Schaumverband, Hydropolymere und semipermeable Wundfolie. Diese Arten werden vor allem bei chronischen Wunden wie einem ulcus cruris oder einem diabetischen Fuß verwendet.

Hydrofaser/Hydrofiberverband wandelt aufgenommene Wundflüssigkeit und Zelltrümmer in Gel um und eignet sich daher besonders für Wunden mit feuchten Belegen sowie unterminierten Wunden (d.h. dass der Wundrand nicht mit dem Wundgrund verwachsen ist und somit quasi eine Höhle bildet).

Auch Alginate bilden durch das Binden von Wundflüssigkeit ein Gel. Dadurch wird die Wunde gereinigt und die Wundheilung angeregt, was die Alginate besonders hilfreich bei (infizierten) Wunden mit feuchten Belägen macht. Aber auch bei unterminierten Wunden und Spalthautentnahmestellen kommen diese Art von Wundauflagen zum Einsatz.

Hydrogele werden bei Wunden mit trockenem Belag eingesetzt, wodurch diese angefeuchtet werden. Der Wundbelag wird dadurch aufgeweicht und kann anschließend mit einer Pinzette entfernt werden. Auch bei granulierenden und epithelisierenden Wunden (also Wunden in der Heilungsphase) werden Hydrogele verwendet. Oft benutzt man in diesen beiden Phasen jedoch auch hydrokolloide Wundauflagen, welche durch ihre gelentwickelnde Wirkung ein feuchtes Wundmilieu schaffen.

Silberhaltige Wundauflagen werden vor allem bei infizierten und infektionsgefährdeten Wunden eingesetzt, da Silber eine keimabtötende Wirkung hat.

Schaumverbände und Hydropolymere sind aus Schaumstoff bestehende Wundauflagen. Sie können Wundexsudat gut aufnehmen, werden aber in der Regel auf wenig nässenden Wunden aufgelegt. Sie halten Wundflüssigkeit in der Wunde, um ein geeignetes Wundklima zu schaffen. Vorteilhaft ist außerdem, dass das Material in der Regel nicht mit der Wunde verklebt. Durch die genannten Eigenschaften eignen sich diese Auflagen besonders gut für granulierende und epithelisierende Wunden.

Bei semipermeabler (nur in eine Richtung durchlässiger) Wundfolie handelt es sich um selbstklebende, wasserfeste Folie, die bei trockenen, oberflächlichen Wunden eingesetzt wird. Sie schafft ein feuchtes Wundmilieu, welches die Heilung fördert. Dadurch, dass es sich um eine durchsichtige Folie handelt, kann die Wunde gut beobachtet werden.

Interaktive-Wundauflage