Wie funktioniert eine mechanische Wundreinigung?

Die Reinigung einer Wunde kann auf verschiedene Arten erfolgen. Eine Möglichkeit ist die mechanische Wundreinigung. Mechanisch meint in diesem Fall das Auswischen oder Ausspülen der Wunde. Ziel ist es, das Gewebe von Verschmutzungen, Fremdkörpern und Krankheitserregern zu befreien.

Mechanische Wundreinigung – Wundspülung

Die Wundspülung wird mittels einer körperwarmen Spüllösung (in der Regel eine physiologische Kochsalzlösung 0,9 % oder – bei großflächigen Wunden – eine Ringerlösung, ggf. ein Antiseptikum) durchgeführt. Hierfür werden kleine Spritzen, Knopfkanülen oder Spülkatheter verwendet. Vor der Wundspülung muss sichergestellt werden, dass ein ungehinderter Abfluss der Spüllösung aus der Wunde gewährleistet ist.

Weiterhin sollte vor der Reinigung die Verbrauchsmenge der Spüllösung, die abhängig von Größe und Tiefe der Wunde erwartet werden kann, bereitgestellt werden. Dies ist sinnvoll, da einige Lösungen keine Konservierungsmittel enthalten und nach Anbruch (nach Herstellerangaben) entsorgt werden müssen. Wird eine zu große Menge Spülung angebrochen, müsste diese danach umsonst verworfen werden. Konservierte Spüllösungen müssen herstellerabhängig verbraucht werden. In der Regel können sie bis 6-12 Wochen nach Anbruch verwendet werden.

Achtung: Falls die Wunde nach Empfehlung des Arztes mit Leitungswasser gereinigt werden kann, muss dieses vorher durch eine geeignete Filteranlage laufen, da das Leitungswasser in Deutschland nicht steril ist.

Mechanische Wundreinigung – Auswischen der Wunde

Beim Auswischen der Wunde (auch mechanisches Débridement) wird die Wunde und der Wundrand manuell mit feuchten Kompressen, Tupfern, speziellen Reinigungspads oder –Tüchern oder mit offen- und grobporigen Polyurethanschäumen gereinigt. Die Durchführung erfolgt dabei immer von innen nach außen und bei jedem Wischgang muss eine neue Reinigungsauflage verwendet werden.

Da das Auswischen schmerzhaft sein kann, sollten zu Beginn Stopp-Signale mit der Patientin oder dem Patienten vereinbart werden. In manchen Fällen ist auch eine Lokalanästhesie oder sogar Vollnarkose notwendig (bspw. bei der ultraschall-assistierten Wundreinigung).

Bitte beachten Sie, dass epithelisiertes Gewebe sehr empfindlich ist und deswegen nicht grob mechanisch gereinigt werden sollte.

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