Ab wann spricht man von einer Mangelernährung?

Wie wenig ist zu wenig?

Meistens entsteht eine Mangelernährung ganz allmählich, wodurch die Symptome oft gar nicht als solche erkannt werden. Denn Viele halten Symptome wie Müdigkeit, Mattigkeit, Verwirrtheit oder auch ungewollten Gewichtsverlust für selbstverständlich. Jedoch können solche Beschwerden auch Zeichen einer Mangelernährung sein.

Wir haben für Sie einen Test entwickelt, mit dem Sie Ihren Ernährungszustand prüfen können und somit auf Grundlagen der Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM e.V.) eine eindeutige Handlungsempfehlung erhalten.

Ernährungscheck


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Was können die Folgen einer Mangelernährung sein?

Der Begriff Lebensmittel kommt nicht von ungefähr: Über unsere Lebensmittel nehmen wir Nährstoffe und Energie auf und wenn wir zu wenig oder auch das Falsche essen, kann unser Organismus seine körperlichen und geistigen Funktionen nicht aufrechterhalten.

Viele Patienten erleiden eine Geschmacksveränderung oder Appetitverlust und erhalten somit keine ausreichende Versorgung mit Energie und Nährstoffen. Die Folgen können sein:

Erhöhtes Infektionsrisiko

Wundheilungsstörungen

Muskulaturabbau & erhöhte Sturzgefahr

Eingeschränkte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit

Ungewollter Gewichtsverlust

Antriebslosigkeit und nachlassende Lebensfreude

Schlechteres Vertragen von Chemo- und Bestrahlungstherapie

Wie kann man Mangelernährung therapieren?

Eine Ernährungstherapie kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Fähigkeit zur ausreichenden Ernährung eingeschränkt ist oder fehlt und somit eine Nährstoffaufnahme durch übliche Nahrungsmittel nicht gesichert ist. Es ist wichtig, Anzeichen einer Mangelernährung frühzeitig zu erkennen, eine gezielte Ernährungsberatung durchzuführen um die richtige Therapie einzuleiten.

Diese Therapien können durch bestimmte Ernährungsformen gestützt werden:

Bei einer festgestellten Mangelernährung durch Ihren Arzt ist es wichtig, dass Sie Ihrem Bedarf entsprechend ausreichend Nahrung aufnehmen, um nicht weiter an Gewicht zu verlieren. Im ersten Schritt können bereits ein paar Ernährungstipps hilfreich sein Ihren Ernährungszustand zu verbessern und eine Mangelernährung zu mindern oder gar zu stoppen.

  • Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Stellen Sie an verschiedenen Plätzen in der Wohnung Naschereien, wie Nüsse oder Käsehäppchen hin, um immer eine Kleinigkeit parat zu haben.
  • Versuchen Sie möglichst nicht zu den Mahlzeiten zu trinken, besser ist es zwischen den Mahlzeiten zu trinken.
  • Lassen Sie sich vom Essen ablenken: Fernseher, Radio, Zeitung oder essen Sie in Gesellschaft.
  • Ein kleines Stück Weißbrot, Apfel oder ein wenig Traubenzucker kann helfen den Appetit anzuregen.
  • Essen Sie täglich eiweißreiche Lebensmittel wie Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch und Eier.
  • Verfeinern Sie Soßen, Suppen und Aufläufe mit Sahne oder Creme fraiche. Geben Sie Butter oder Pflanzenöl zu Gemüsegerichten.
  • Essen oder trinken Sie kalorienreiche Zwischenmahlzeiten, z. B. Shakes aus Obstmus mit Milch/Sahne.
  • Denken Sie auch an eine ausreichende Verpflegung, wenn Sie außer Haus sind.

Häufig kann trotz Optimierung des Nahrungsangebots, des Umfeldes und einer medizinischen Behandlung möglicher Grunderkrankungen die ausreichende Nährstoffaufnahme nicht gewährleistet werden. In diesen Fällen ist zur Ernährungstherapie eine zusätzliche Anreicherung der normalen Kost erforderlich.

Sollten durch die aufgenommene Nahrung nicht die richtigen Nährstoffe aufgenommen werden, so kann man über Anreicherung der normalen Kost dem Körper jene Stoffe zur Verfügung stellen.

Es gibt spezielle Aufbauprodukte, die zusätzlich eingenommen werden können. Dies können zum Beispiel Eiweißpräparate, sowie Vitamine und Mineralstoffe sein, die nicht mehr ausreichend über die normale Nahrung aufgenommen werden können.

Jedoch kann oft auch trotz Optimierung des Nährstoffhaushaltes mit Hilfe von Zusatzpräparaten der Energiehaushalt nicht ausreichend gedeckt werden. In diesen Fällen ist zur Ernährungstherapie zusätzlich Trinknahrung – häufig auch Astronautennahrung genannt – erforderlich. Welche Zusatznahrungen für Sie am besten geeignet sind, besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt oder kontaktieren Sie uns.

Wenn feste Nahrung nicht mehr in ausreichender Menge zugeführt werden kann, kann Trinknahrung helfen, dieses Defizit aufzufüllen. Sie enthält alle Nährstoffe (Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette), Vitamine und Mineralstoffe, die Ihr Körper benötigt. Sie kann zusätzlich zu der festen Nahrung oder mit ins Essen gegeben werden. Trinknahrung kann aber auch als alleinige Nahrungsquelle dienen. Sie enthalten alle Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis, sind häufig hochkalorisch, eiweißreich und unterstützen somit die Genesung. Sie können als weitere Zwischenmahlzeit vom Hausarzt oder Onkologen auf einem Kassenrezept verordnet werden.

Manchmal ist es schwierig die ausreichende Nährstoffaufnahme allein mit oraler Trinknahrung zu erreichen, dann kann die Unterstützung vorübergehend oder langfristig durch eine Sondennahrung vollständig oder auch zusätzlich sinnvoll/notwendig sein, um die individuell benötigten Nährstoffe zu erhalten.

Wie bei der Trinknahrung handelt es sich bei der Sondennahrung um eine enterale Ernährung, das heißt eine Ernährung über den Magen-Darm-Trakt. Bei der Sondennahrung wird die flüssige Nahrung nicht geschluckt, sondern direkt über einen Zugang (z.B. über eine PEG*) in den Magen oder Dünndarm verabreich. So wird und die normale Nahrungsaufnahme umgangender und der Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt . Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine bilanzierte Kost, die vom Arzt verordnet werden kann. Eine Sondenernährung wird notwendig, wenn z.B.

  • Sie aufgrund einer Erkrankung die Nahrung nicht mehr über den Mund zu sich nehmen können, wie bei Tumoren im oberen Verdauungstrakt oder bei schweren Schluckstörungen, z. B. nach einem Schlaganfall.
  • Eine Krankheit dazu führt, dass keine Nahrung mehr gegessen werden darf/kann
  • Auch durch Trinknahrung, eventuell zusätzlich zu normaler Nahrung, nicht ausreichend Energie und Nährstoffe aufgenommen werden können

Manchmal reicht die Nährstoffaufnahme durch die Sondennahrung nicht aus, dann kann die Unterstützung vorübergehend oder langfristig durch die Ernährung über Infusionslösungen notwendig sein.

*Perkutane endoskopische Gastrostomie

Bei der parenteralen Ernährung gelangen über die Vene alle wichtigen Nahrungsbestandteile, ohne Beteiligung des Magen-Darm-Traktes direkt ins Blut.

Mit diesen Infusionslösungen erhalten die Betroffenen alle Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung: Flüssigkeit, Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Salze, Vitamine und Spurenelemente.

Für die parenterale Ernährungstherapie gibt es eine Vielzahl von verschieden zusammengesetzten Infusionslösungen, die entweder industriell oder bei bestimmten Erkrankungen, wie Kurzdarmsyndrom, individuell gefertigt werden.

Mit entsprechender Unterstützung eines professionellen Pflegeteams kann eine solche Ernährung auch zu Hause durchgeführt werden. Patienten können weiterhin ihre Unabhängigkeit und Mobilität genießen. Extra für diese Patienten wurde eine Lösung gefunden, dass sie die Möglichkeit haben, sich auch unterwegs ernähren zu können – mit einem kleinen Rucksack ausgestattet, der alle benötigten Utensilien beinhaltet.

Eine GHD-Patientin beschreibt in einem Videointerview ihre Erfahrungen mit parenteraler Ernährung und einem Kurzdarm seit 1998. Dabei geht Sie auf den Alltag und die Betreuung durch die GHD GesundHeits GmbH Deutschland ein. Wir bieten Ihnen ein kurzes- und ein ausführlicheres Video an. Erfahren Sie mehr und erleben eine sympathische Frau, die Ihre Erfahrungen sehr authentisch weitergibt.

Ziele der Ernährungstherapie

``Weil Speis und Trank in dieser Welt doch Leib und Seel' zusammenhält``

– Hinrich Hinsch

 

Durch eine Ernährungstherapie kann viel

Lebensqualität zurückgegeben werden.

Durch Deckung des Energiebedarfs können

Genuss und Wohlbefinden gesteigert,

Müdigkeit und Muskelverlust gesenkt

und somit die Leistungsfähigkeit erhalten werden.

Darüber hinaus ist es leichter am sozialen Leben teilzunehmen,

wenn Aufbau und Erhaltung der Körpersubstanz gewährleistet sind.

Notwendigkeit und Verordnungsfähigkeit

Viele der Ernährungstherapien sind verordnungsfähig und werden somit von der Krankenversicherung bezahlt. Grundlage hierfür ist immer das Rezept, das durch den Arzt ausgestellt wird.

Trink- und Sondennahrungen sind bei fehlender oder eingeschränkter Fähigkeit zur normalen Ernährung verordnungsfähig gemäß gültiger Arzneimittelrichtlinie (Arzneimittelrichtlinie des GBA §21 Abs. 1; §19 Abs. 3 i.V.m §31 Abs. 1 Satz 2 SGB V).  Dies ist der Fall, wenn eine Modifizierung der normalen Ernährung – durch zum Beispiel Nahrungsergänzung – oder sonstige ärztliche, pflegerische oder ernährungstherapeutische Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation nicht ausreichen. Nahrungsergänzungen sind nicht erstattungsfähig und sind von dem Patienten zu bezahlen.

Die Kosten für die Produkte zur medizinisch enteralen Ernährung (Trinknahrung, Sondennahrung, Applikationstechnik) werden unter diesen Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Zuzahlungsregelungen sind identisch mit denen von Medikamenten. Für privat Versicherte empfiehlt es sich, die Regelungen bei der jeweiligen privaten Krankenkasse entsprechend anzufragen.

Bei der parenteralen Ernährung handelt es sich um verschreibungspflichtige, apothekenpflichtige Arzneimittel. Damit ist eine ärztliche Verordnung zwingend notwendig.

Die jeweils aktuelle Arzneimittelrichtlinie finden Sie auf den Seiten des G-BA: www.g-ba.de/informationen/richtlinien/3/

Was können wir für Sie tun?

Kennenlernen

Sie lernen Ihren persönlichen Ansprechpartner in der Klinik oder bei Ihnen zuhause kennen.

Koordinieren

Während der gesamten Therapie stehen wir im ständigen Austausch mit Ihnen, dem verordnendem Arzt und gegebenenfalls Lögopäden. Auf Ihren Wunsch hin koordinieren wir die gesamte Organisiation der Ernährungstherapie inklusive Rezeptmanagement.

Produktauswahl und -lieferung

Wir berechnen professionell Ihre Nährwerte, erstellen mit Ihnen einen individuellen Therapieplan und nehmen mit Ihnen eine Indikationsbezogene und herstellerunabhängige Produktauswahl vor und liefern Ihnen kurzfristig das für Sie passende Produkt.

Anleiten

Wir unterstützen Sie und Ihre Angehörigen bei der Pflege von Sonden, sowie dem Einsatz von Trinknahrung und Nahrungsergänzungen durch kleine Alltagstipps und Kochrezepte gern auch in unserer Lehrküche.

Qualität sichern

In Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden Arzt sind wir Ihr Therapiekoordinator und versorgen Sie nach neuesten wissenschaftlich-medizinischen Erkenntnissen. Bei regelmäßigen Hausbesuchen dokumentieren wir den Therapieverlauf, informieren den behandelnden Arzt und nehmen ggf. Anpassungen vor.

Bei positivem Krankheitsverlauf kann die Therapie an diesem Punkt beendet werden.

Unsere Ernährungswissenschaftler beraten Sie gerne

Für eine telefonische Erstberatung rufen Sie gerne unsere Ernährungshotline an, um einen Termin zu vereinbaren:

0800 5167 208 (gebührenfrei)

Oder schreiben Sie uns unter:

ernaehrungsberatung@gesundheitsgmbh.de

Diplom Oecotrophologin

Claudia Hoppe

Unser Angebot für Sie vor Ort

Die GHD bietet regionale, individuelle Ernährungssprechstunden an.
Unsere qualifizierten Fachkräfte beraten Sie hier gerne zu allen Fragen rund um Ihre Ernährung.

Zunächst wird in der Sprechstunde im Rahmen einer Ernährungsanamnese Ihr Essverhalten reflektiert. So können Mangelerscheinungen oder Unverträglichkeiten aufgedeckt werden.

  • Erstellung von Essprotokollen
  • Erfassung der Körperzusammensetzung (Wasser, Fett, Muskel usw.) durch eine Bioelektrische Impedanzanalyse und Auswertung

In nächsten Schritt wird für Sie ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittener Plan erstellt, um Ihren Ernährungszustand zu verbessern.

  • Zuführen von Kalorien durch Optimierung der Ernährung bis hin zur Sondennahrung
  • Hilfestellung bei der Erstellung von Infusionsplänen im Bereich parenterale Ernährung

Sprechen Sie uns gerne an, wir suchen eine Ernährungssprechstunde in Ihrer Nähe.

Für unsere Kunden bieten wir für drei verschiedene Indikationen Lehrküchen mit Kochanleitungen und logopädischer Beratung an.
Formen der Lehrküche:

1. Die neurologische Lehrküche
Neurologische Patienten haben durch eine Dysphagie (Schluckstörung) Probleme bei der Nahrungsaufnahme. Entsprechende Anreize müssen gesetzt und Kochrezepte müssen dem Krankheitsbild angepasst werden.

2. Die onkologische Lehrküche
Onkologische Patienten leiden häufig unter Dysgeusie (Geschmacksstörung) und Xerostomie (Mundtrockenheit). Aufklärung und Anleitung durch logopädische Fachberatung muss gewährleistet werden.

3. Die Lehrküche für Patienten mit Dysphagie und für Tracheostomie oder Laryngektomie Patienten
HNO-Patienten müssen sich neben Organverlust und/oder Teilresektionen auch noch mit den negativen Einflüssen von Bestrahlung und Chemotherapie auseinandersetzen.
Logopädische Fachberatung und Beratung zum Kanülen Management stehen hier im Fokus.

Bei Interesse melden Sie sich gerne bei uns.

Links zu wissenschaftlichen Beiträgen

„Gewichtsverlust ist im Alter schwerer wieder auszugleichen. Gerade im Alter sollte ein Screening auf Mangelernährung durchgeführt werden.“

„Die IntraDialytische Parenterale Ernährung ist eine etablierte Methode zur Therapie einer Mangelernährung bei Dialysepatienten“

Tumorpatienten sind häufig von einer Mangelernährung betroffen. Die Folgen sind eine Verschlechterung von Lebensqualität und Leistungsfähigkeit, geringere Toleranz gegenüber einer Tumortherapie sowie eine geringere Überlebenszeit.

In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass eine Ernährungstherapie bei Tumorpatienten den Gewichtsverlust verringert und den Ernährungszustand stabilisiert. Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sowie die Überlebenszeit nehmen zu.

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