Mangelernährung

Was können die Folgen einer Mangelernährung sein?

Der Begriff Lebensmittel kommt nicht von ungefähr: Über unsere Lebensmittel nehmen wir Nährstoffe und Energie auf und wenn wir zu wenig oder auch das Falsche essen, kann unser Organismus seine körperlichen und geistigen Funktionen nicht aufrechterhalten.

Viele Patienten erleiden eine Geschmacksveränderung oder Appetitverlust und erhalten somit keine ausreichende Versorgung mit Energie und Nährstoffen. Die Folgen können sein:

Erhöhtes Infektionsrisiko

Wundheilungsstörungen

Muskulaturabbau & erhöhte Sturzgefahr

Eingeschränkte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit

Ungewollter Gewichtsverlust

Antriebslosigkeit und nachlassende Lebensfreude

Schlechteres Vertragen von Chemo- und Bestrahlungstherapie

Wie kann man Mangelernährung therapieren?

Eine Therapie bei Mangelernährung kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Fähigkeit zur ausreichenden Ernährung eingeschränkt ist oder fehlt und somit eine Nährstoffaufnahme durch übliche Nahrungsmittel nicht gesichert ist. Es ist wichtig, Anzeichen einer Mangelernährung frühzeitig zu erkennen und eine gezielte Ernährungsberatung durchzuführen um die richtige Therapie einzuleiten.

Diese Therapien können durch bestimmte Ernährungsformen gestützt werden:

Viele der Ernährungstherapien sind verordnungsfähig und werden somit von der Krankenversicherung bezahlt. Grundlage hierfür ist immer das Rezept, das durch den Arzt ausgestellt wird.

Trink- und Sondennahrungen sind bei fehlender oder eingeschränkter Fähigkeit zur normalen Ernährung verordnungsfähig gemäß gültiger Arzneimittelrichtlinie (Arzneimittelrichtlinie des GBA §21 Abs. 1; §19 Abs. 3 i.V.m §31 Abs. 1 Satz 2 SGB V). Dies ist der Fall, wenn eine Modifizierung der normalen Ernährung – durch zum Beispiel Nahrungsergänzung – oder sonstige ärztliche, pflegerische oder ernährungstherapeutische Maßnahmen zur Verbesserung der Ernährungssituation nicht ausreichen. Nahrungsergänzungen sind nicht erstattungsfähig und sind von dem Patienten zu bezahlen.

Die Kosten für die Produkte zur medizinisch enteralen Ernährung (Trinknahrung, Sondennahrung, Applikationstechnik) werden unter diesen Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Zuzahlungsregelungen sind identisch mit denen von Medikamenten. Für privat Versicherte empfiehlt es sich, die Regelungen bei der jeweiligen privaten Krankenkasse entsprechend anzufragen.

Bei der parenteralen Ernährung handelt es sich um verschreibungspflichtige, apothekenpflichtige Arzneimittel. Damit ist eine ärztliche Verordnung zwingend notwendig.

Die Arzneimittelrichtlinie finden Sie auf der Seite des G-BA: https://www.g-ba.de/downloads/62-492-1768/AM-RL_2018-11-22_iK_2019-02-15-AT-14-02-2019-B4.pdf

In der jeweils aktuellen Richtlinie finden Sie unter §21 die medizinisch notwendigen Fälle.

Was können wir für Sie tun?

Kennenlernen

Sie lernen Ihren persönlichen Ansprechpartner in der Klinik oder bei Ihnen zuhause kennen.

Koordinieren

Während der gesamten Therapie stehen wir im ständigen Austausch mit Ihnen, dem verordnendem Arzt und gegebenenfalls Lögopäden. Auf Ihren Wunsch hin koordinieren wir die gesamte Organisiation der Ernährungstherapie inklusive Rezeptmanagement.

Produktauswahl und -lieferung

Wir berechnen professionell Ihre Nährwerte, erstellen mit Ihnen einen individuellen Therapieplan und nehmen mit Ihnen eine Indikationsbezogene und herstellerunabhängige Produktauswahl vor und liefern Ihnen kurzfristig das für Sie passende Produkt.

Anleiten

Wir unterstützen Sie und Ihre Angehörigen bei der Pflege von Sonden, sowie dem Einsatz von Trinknahrung und Nahrungsergänzungen durch kleine Alltagstipps und Kochrezepte gern auch in unserer Lehrküche.

Qualität sichern

In Zusammenarbeit mit Ihrem behandelnden Arzt sind wir Ihr Therapiekoordinator und versorgen Sie nach neuesten wissenschaftlich-medizinischen Erkenntnissen. Bei regelmäßigen Hausbesuchen dokumentieren wir den Therapieverlauf, informieren den behandelnden Arzt und nehmen ggf. Anpassungen vor.

Bei positivem Krankheitsverlauf kann die Therapie an diesem Punkt beendet werden.

Unsere Ernährungswissenschaftler beraten Sie gerne

Für eine telefonische Erstberatung rufen Sie gerne unsere Ernährungshotline an, um einen Termin zu vereinbaren:

0800 5167 208 (gebührenfrei)

Oder schreiben Sie uns unter:

ernaehrungsberatung@gesundheitsgmbh.de

Unsere Angebote für Sie vor Ort

Die GHD bietet regionale, individuelle Ernährungssprechstunden an.
Unsere qualifizierten Fachkräfte beraten Sie hier gerne zu allen Fragen rund um Ihre Ernährung.

Zunächst wird in der Sprechstunde im Rahmen einer Ernährungsanamnese Ihr Essverhalten reflektiert. So können Mangelerscheinungen oder Unverträglichkeiten aufgedeckt werden.

  • Erstellung von Essprotokollen
  • Erfassung der Körperzusammensetzung (Wasser, Fett, Muskel usw.) durch eine Bioelektrische Impedanzanalyse und Auswertung

In nächsten Schritt wird für Sie ein auf ihre Bedürfnisse zugeschnittener Plan erstellt, um Ihren Ernährungszustand zu verbessern.

  • Zuführen von Kalorien durch Optimierung der Ernährung bis hin zur Sondennahrung
  • Hilfestellung bei der Erstellung von Infusionsplänen im Bereich parenterale Ernährung

Sprechen Sie uns gerne an, wir suchen eine Ernährungssprechstunde in Ihrer Nähe.

Für unsere Kunden bieten wir für drei verschiedene Indikationen Lehrküchen mit Kochanleitungen und logopädischer Beratung an.
Formen der Lehrküche:

1. Die neurologische Lehrküche
Neurologische Patienten haben durch eine Dysphagie (Schluckstörung) Probleme bei der Nahrungsaufnahme. Entsprechende Anreize müssen gesetzt und Kochrezepte müssen dem Krankheitsbild angepasst werden.

2. Die onkologische Lehrküche
Onkologische Patienten leiden häufig unter Dysgeusie (Geschmacksstörung) und Xerostomie (Mundtrockenheit). Aufklärung und Anleitung durch logopädische Fachberatung muss gewährleistet werden.

3. Die Lehrküche für Patienten mit Dysphagie und für Tracheostomie oder Laryngektomie Patienten
HNO-Patienten müssen sich neben Organverlust und/oder Teilresektionen auch noch mit den negativen Einflüssen von Bestrahlung und Chemotherapie auseinandersetzen.
Logopädische Fachberatung und Beratung zum Kanülen Management stehen hier im Fokus.

Bei Interesse melden Sie sich gerne bei uns.

Links zu wissenschaftlichen Beiträgen

Ungewollter Gewichtsverlust ist im Alter schwer auszugleichen und gravierend. So verstärkt der mit einem Gewichtsverlust verbundene Verlust von Muskelmasse die altersbegleitende Sarkopenie (Verlust an Muskelmasse und – Kraft) und Gebrechlichkeit und begünstigt dadurch Behinderungen und Einbußen der Selbstständigkeit. Außerdem ist die Genesung nach Operationen und z.B.: Infektionskrankheiten gefährdet.

Tumorpatienten sind häufig von einer Mangelernährung betroffen. Die Folgen sind eine Verschlechterung von Lebensqualität und Leistungsfähigkeit, geringere Toleranz gegenüber einer Tumortherapie sowie eine geringere Überlebenszeit.

In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass eine Ernährungstherapie bei Tumorpatienten den Gewichtsverlust verringert und den Ernährungszustand stabilisiert. Leistungsfähigkeit und Lebensqualität sowie die Überlebenszeit nehmen zu.

„Die IntraDialytische Parenterale Ernährung ist eine etablierte Methode zur Therapie einer Mangelernährung bei Dialysepatienten“

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