Bewertungsausschuss – Haus- und Heimbesuche werden künftig besser vergütet. Fachärzte der Grundversorgung sollen vor Honorarverlusten geschützt werden.

Berlin, 26. Januar 2011 – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat sich am Dienstag mit den Krankenkassen auf Maßnahmen geeinigt, die sowohl Patienten als auch Haus- und Fachärzten zugute kommen.

Besuche von Ärzten in Alten- und Pflegeheimen sowie Hausbesuche werden ab dem 1. April deutlich besser vergütet. Zudem werden Haus- und Heimbesuche aus den Regelleistungsvolumen heraus genommen und zum vollen Preis der Euro-Gebührenordnung honoriert. Dazu erklärte KBV-Vorstand Dr. Carl-Heinz Müller: „Wir haben erreicht, dass insbesondere die wachsende Zahl älterer Patienten profitiert, aber auch die Ärzte, die diese versorgen. Hiermit unterstützen wir vor allem die Hausärzte, die in der überwiegenden Zahl solche Besuche absolvieren – aber auch die betroffenen Fachärzte gewinnen. Insgesamt bedeutet diese Einigung eine deutliche und zukunftsweisende Verbesserung für die Versorgung, da im Zuge der demografischen Entwicklung immer mehr alte und multimorbide Menschen zu Hause und in entsprechenden Einrichtungen versorgt werden müssen.“ Bereits abgeschlossene regionale Vereinbarungen zur Förderung von Heimbesuchen bleiben von der neuen Regelung unberührt.

Des Weiteren vereinbarten KBV und Kassen, bestimmte Arztgruppen bei überproportionalen Honorarverlusten zu stützen. „Wir sind zufrieden mit den Ergebnissen dieses Bewertungsausschusses“, betonte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Köhler. Ab sofort können Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen einen Ausgleich vereinbaren, wenn bei bestimmten Facharztgruppen überproportionale Honorarverluste festgestellt werden. Zu diesen Gruppen der fachärztlichen Grundversorgung gehören unter anderem Orthopäden, Augenärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte und Pädaudiologen. Für sie können die Vertragspartner auf Landesebene Vorwegabzüge aus dem Honorarzuwachs für 2011 beschließen. „Dies bedeutet eine Besserstellung der in der Grundversorgung tätigen Fachärzte, ohne dass andere Arztgruppen verlieren“, erklärte Köhler.

Quelle: Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung