Bundesweit größte Studie zur Wirksamkeit moderner Wundtherapie startet

Ab dem 1. Oktober 2011 können nun bis zu 7.000 Versicherte mit dieser neuen Unterdruck-Wundtherapie im Rahmen der klinischen Studie beziehungsweise im Rahmen eines Vertrages zur Integrierten Versorgung behandelt werden.

Bei dieser Therapieform handelt es sich um eine geschlossene Wundversorgung mit großflächiger Ableitung, bei der ein System für das Abfließen des Wundsekrets den nötigen Unterdruck erzeugt.
Die Aufrechterhaltung des Unterdrucks wird durch eine Klebefolie mit luftdichter Abdeckung ermöglicht, die über den drainierenden Wundverband geklebt wird.

Die Unterdruck-Wundtherapie ist eine vielversprechende Therapiealternative zur modernen Standardwundtherapie. Der Nutzen dieser Therapiealternative ist jedoch noch nicht ausreichend in Studien untersucht worden. Aus diesem Grund haben sich die Krankenkassenverbände der Ersatzkassen, der AOK und der Knappschaft im vergangenen Jahr dazu entschlossen, diese Studie auszuschreiben. Die drei Auftraggeber zeigen sich sehr erfreut darüber, dass mit dem Institut für Forschung in der Operativen Medizin mit Sitz in Köln (Universität Witten-Herdecke), den Gesundheitsforen Leipzig und den beiden renommierten Herstellern von Unterdruck-Wundsystemen smith & nephew und KCI ein schlagkräftiges Team für das Gelingen dieser Studie gewonnen werden konnte.

Studie als Voraussetzung für die Erstattungsfähigkeit
Ziel der Studie ist es, den Nutzen, die medizinische Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit der Unterdruck-Wundtherapie insbesondere im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung zu überprüfen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der sektorenübergreifenden und ambulanten Therapie.
Mit der Vergabe der Studie erfüllen die gesetzlichen Krankenkassen zudem die Anforderungen des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA). Dieser hatte nach einem Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), in dem auf die unzureichende Studienlage hingewiesen wurde, weitere Studienergebnisse gefordert. Nach Abschluss der Studie 2014 wird der GBA anhand der Ergebnisse über die Erstattungsfähigkeit dieser Therapie entscheiden.

Die Studie wurde in drei Lose aufgeteilt:
Los 1 beinhaltet die wissenschaftliche Konzeption, die Auswertung sowie die Berichterstattung und Publikation der Studienergebnisse. Diese wissenschaftliche Kompetenz wird vom renommierten Zentrum für Klinische Studien und Innovation (ZKSI) des Institutes für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) (Dir. Prof. Dr. Prof. h.c. E. Neugebauer) garantiert.

Die Gesundheitsforen Leipzig, Anbieter von Los 2, verantworten als Managementgesellschaft die gesamte Logistik der Studie. Zu den zentralen Aufgaben zählen neben der Rekrutierung der Studienärzte und der Patienten auch der Aufbau der IT-Infrastruktur mit Dokumentations-, Kommunikations- und Abrechnungs-Software für alle beteiligten Leistungserbringer sowie die Abwicklung aller Zahlungsströme.

Mit den Firmen KCI Medizinprodukte GmbH und smith & nephew GmbH als Anbieter von Unterdruck-Wundtherapie-Systemen beteiligen sich in Los 3 zwei erfahrene Industriepartner an der Studie. Die in diesem wissenschaftlichen Projekt stationär und ambulant behandelten Patienten werden einem der beiden Hersteller zugewiesen, unabhängig von sonstigen gültigen Verträgen, die insbesondere im stationären Sektor bestehen.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Verbände der Kranken- und Pflegekassen auf Bundesebene