Erik bittet um eure Weihnachtsberichte!

Wenn die Tage kürzer und die Temperaturen draußen fünfmal kälter als drinnen werden, setzt bei mir ein ‚Murmeltierverhalten‘ ein. Ich passe zwar nicht meine Körpertemperatur an, aber warme Behausungen plus Heißgetränke ziehen mich dann magisch an. Und ich werde für wenige Wochen eher gemütlich, für meinen sonst aktiven Lebensstil. Weihnachten mit all seinen würzig-süßen Düften, dem Hauch von Winter in der Luft, Weihnachtsmärkte und norddeutsche Saison-Geselligkeit, das mag ich.

In diesem Jahr hat mir ein allseits bekanntes und gefährliches Virus zumindest einen Teil dieses Herbst-Winter-Highlights verhagelt. Allerdings ist die derzeitige Situation auch eine Vollbremsung im weltweiten Getriebe, die mir zumindest auch Raum gegeben hat, innezuhalten und mit denjenigen Menschen wieder etwas näher zusammenzurücken, mit denen es zuletzt weniger eng war.

Als bekennendes Weihnachts-Groupie ist es für mich nicht einfach, dass meine Familie sich seit Jahren zu Weihnachten nicht mehr trifft. Auch das ist geeignet, die Stimmung etwas zu verhageln. Aber was ist schon ein bisschen Hagel, gegen zentimeterhohen Schnee auf ungeräumten Fußwegen? Schnee gucke ich mir am liebsten von drinnen an, wenn ich weiß, dass der Kühlschrank so voll ist, dass ich nicht raus muss und lebenserhaltende Funktionen, wie der Gelderwerb, finden ebenfalls drinnen, im Home-Office statt.

Erik Machens_Geschichten zu Weihnachten

Dieses Jahr wird, wie letztes Jahr, ein bewusst gemütliches Weihnachten daheim. Am 23. werde ich, wie jeder fluchende Späteinkäufer, meinen Kühlschrank mit schmackhaften Leckereien wenige Stunden vor Ladenschluss füllen – ganz ohne Fluchen. Am 24. etwas länger ausschlafen als bis um 5 Uhr. Dann meine Wohnung hektisch auf Vordermann bringen. Und zum zweiten Mal in Folge – nach langer Funkstille zwischen uns – am Nachmittag meinen Vater bei mir zum Essen begrüßen. Abends fährt er sicher wieder nach Hause und ich beginne es mir dann und am ersten Weihnachtsfeiertag coronakonform mit einem Buch, tanzbarer Musik, klassischen Weihnachtsfilmen und dem ein oder anderen Telefonat oder Chat so richtig gut gemütlich zu gestalten. Dazu wird auch rezeptfrei und weltoffen gekocht. Am zweiten Weihnachtsfeiertag arbeite ich wieder.

Wo wir gerade dabei sind: Gestalten! Dieses Jahr habe ich mir einen Mehrwegweihnachtsbaum geholt und so richtig leuchtend geschmückt. Das hört einfach dazu, zu einem möglichst ungehinderten Weihnachtsfest – selbstverständlich auch mit Rollstuhl!

Nun darf ich aber bitten: Wie sieht euer Weihnachten aus? Spielt euer Rollstuhl oder eure Beeinträchtigung eine Rolle? Schreibt mir eure Kommentare, Gedanken oder Geschichten!