Meine Zysten-OP steht kurz bevor

Hallo zusammen!

Heute möchte ich euch berichten, wie es ist, mit einem Stoma operiert zu werden, welche Gedanken ich mir mache und wie ich damit umgehe. Ich war im Januar 2018 zur Routinekontrolle im MRT und dort fand man eine 19x5x7 cm große „Blase“ in meinem Bauch.

Zunächst wusste keiner, was das genau ist und man dachte an eine Eierstock- oder Lymphzyste. Auch Krebs wurde leider nicht ausgeschlossen. Der nächste Gang war zum Frauenarzt, auch die Ärztin konnte es nicht genau sagen. Im Ultraschall war dann die Größe auf 25 cm angewachsen und man riet mir, die Zyste punktieren zu lassen. Bei Krebs ist das nicht ohne Risiko, da er streuen könnte. Eine direkte Operation wollten sie nicht machen, das Risiko wäre zu hoch. Ich hatte Beschwerden, ich habe das Gewicht im Bauch deutlich gemerkt und auch die Hosen passten nicht mehr. So entschied ich im Sommer 2018 die Zyste punktierten zu lassen. Danach war ich war 3,8 kg leichter, so viel Flüssigkeit war in meinem Bauch. Der Befund kam –  alles war wieder gut.

Kein Krebs und auch keine Eierstock-, sondern eine Lymphzyste. Gott sei Dank, halb so schlimm! Da bei der Punktion aber nur die Flüssigkeit entfernt wurde und nicht die Haut der Zyste, ist diese wieder nachgelaufen. So merkte meine Physiotherapeutin im Herbst, dass mein Bauch wieder fester wurde.

Im Januar 2019 ging es also wieder ins MRT – mit dem gleichen Ergebnis, wie im Jahr zuvor. Jetzt waren sich die Ärzte einig: Es muss operiert werden! Aber wer soll diese Operation machen? Wer kann das wirklich? Meinen Bauch wieder aufzumachen bedeutet ein enormes Risiko. So empfahl mir mein Gastroenterologe, ich soll in das Amalie-Sieveking-Krankenhaus in Hamburg gehen. Dort sei ein Professor, der sich super mit komplizierten Bäuchen auskennt. Dennoch war meine Skepsis sehr groß.

Melanies Zysten-OP mit Stoma

Ende Februar war der Termin beim Professor und ich war sehr überrascht. Er nahm sich sehr viel Zeit für mich und hat mir alle Fragen geduldig erklärt. Er sagte mir auch, dass ein Bauchschnitt sehr schwierig bei mir sei. Wir saßen also vor den MRT-Bildern und studierten diese, bis ich sagte, dass die Punktion vaginal stattgefunden hat. Daran war der Professor sehr interessiert. Dann kam die Entscheidung wir machen die OP nicht über den Bauch, sondern vaginal. Diese Variante birgt die geringsten Komplikationen, ist aber deutlich komplizierter. Wenn es nicht klappt, wird er auf einen Bauchschnitt umstellen.

Die Terminfindung war nicht ganz so leicht, Urlaube und Feiertage machten es schwierig einen geeigneten Termin zu finden. Der Professor wollte mich unbedingt an einem Montag operieren, damit er mich mindestens fünf Tage selbst betreuen kann.

Was der Professor noch sehr gerne gemacht hätte, war mir das Stoma zurück zu verlegen. Als ich seine Frage dahingehend mit einem entschiedenen Nein beantwortet hatte, schaut er nicht schlecht und meinte, mein Darm sieht doch gut aus und es spräche vieles dafür. Als ich ihm dann kurz meine Geschichte erzählt habe und wie gut es mir mit Stoma geht, lenkte er ein. Die Wahrscheinlichkeit, dass es mir nach der Rückverlegung wieder so schlecht geht wie vor dem Stoma, stehe bei ca. 80 %. Nein, danke!

Nun kamen bei mir langsam so die ein oder andere Frage auf: Wer versorgt eigentlich mein Stoma in der Zeit, wenn ich es nicht kann? Ich habe dann meine Home Care Managerin gefragt und sie sagte mir ich solle mir keine Sorgen machen. Meine Steffi kommt auch in dieses Krankenhaus, um mich zu unterstützen, obwohl es nicht zu ihrem Bezirk gehört und der Weg für sie weiter ist. Mein Mann sollte sie einfach anrufen und Bescheid geben, wenn ich Hilfe benötige und dann kommt sie. Da ich im Krankenhaus ja niemanden kenne und nicht weiß wie fit die Krankenschwestern dort sind, war das für mich sehr beruhigend. Ich hoffte ja, dass ich ganz schnell wieder auf den Beinen bin und mich selber um alles kümmern kann. Ein Hoch auf meine sehr gute, hilfsbereite und kompetente Home Care Managerin!

Natürlich ist es auch wichtig für mich, dass mein Mann und meine Freunde für mich da sind und mir wieder zur Seite stehen werden. Das im Zusammenspiel minimiert meine Ängste, auch wenn sie nicht ganz weggehen werden. Je näher der Tag der OP jetzt rückt umso nervöser werde ich und doch freue ich mich darauf, dass dann endlich die Schmerzen im Bauch weg sein werden.

Ich werde euch berichten, wie die OP gelaufen ist und wie es generell ist mit Stoma operiert zu werden. Ob ich mich sofort selber wieder kümmern kann oder ob ich tatsächlich mehr Hilfe brauche. In der Hoffnung schnell wieder gesund zu sein und für euch schreiben zu können… 😉

Eure Melanie