Orthopädie- und Reha-Hilfsmittel für Kinder

Kinder sind besondere Patienten. Sie sind keine „kleinen Erwachsenen“ und benötigen auch nicht einfach eine kleine oder bunte Version von Standardhilfsmitteln. Neben speziellen Hilfsmitteln und individuellen Lösungsansätzen sind bei der Versorgung auch besonderes Einfühlungsvermögen und Sensibilität gefordert. Ziel ist es, das Kind so zu versorgen, dass es trotz Einschränkungen mit Selbstbewusstsein am sozialen Leben teilhaben kann und dabei eine größtmögliche Selbstständigkeit entwickelt. Dabei steht nicht nur das Kind, sondern die gesamte Familie im Fokus. Bei der Hilfsmittelversorgung von Kindern gibt es also viele Besonderheiten zu beachten.

Darauf muss bei Reha-Hilfsmittel für Kinder geachtet werden

GHD-Experte Henning Fischer klärt auf:

„Bei der Versorgung von Kindern müssen viele stetige Veränderungen gehandhabt werden. Zum einen kann sich das Krankheitsbild schneller verändern oder ist bereits ausgeprägter als bei Erwachsenen. Oft verläuft eine Krankheit auch ganz anders als bei diesen. Auf der anderen Seite befinden sich Kinder noch im Wachstum. Für orthopädische Hilfsmittel gilt dann, dass Standardhilfsmittel selten eingesetzt werden können und viele Sonderbauten angefertigt werden müssen, denn das Skelett und damit auch die Haltung eines jeden Kindes entwickelt sich in verschiedenen Lebensphasen unterschiedlich schnell. Die Versorgung ist also kaum vergleichbar und es gibt kaum Kinder-Standardgrößen.

Durch die verschiedenen Sonderanfertigungen ist auch die Kostenerstattung durch die Krankenversicherungen etwas komplizierter, denn die Hilfsmittel bestehen oft aus vielen einzelnen Positionen, die nicht immer mit einer Hilfsmittelnummer versehen sind. Fehlt die Hilfsmittelnummer, können die Krankenkassen das Hilfsmittel nicht im Hilfsmittelverzeichnis finden und eine ausführliche Begründung für die Notwendigkeit der Versorgung muss durch den Arzt vorgelegt werden, da die Krankenkassen sich in diesen Fällen eine Einzelfallentscheidung vorbehalten. Das macht den notwendigen Kostenvoranschlag aufwendiger. Ansonsten läuft die Kostenübernahme jedoch genauso wie bei Erwachsenen ab.

Die Auswahl an Orthopädie- und Reha-Hilfsmitteln ist äußerst vielfältig. Dies können unter anderem Stehständer und Spezialrollatoren sein, damit die kleinen Patienten (wieder) stehen und laufen lernen können. Für die Beförderung von Kindern mit Mobilitätseinschränkungen eignen sich insbesondere Kinderrollstühle oder sogenannte Reha-Buggys. Im Unterschied zu normalen Buggys bieten sie mehr Stabilität, die Möglichkeit zur korrekten Positionierung/Lagerung und sie lassen sich oft an die individuellen Bedürfnisse des Kindes anpassen. Sitzschalen und Lagerungssysteme bieten Kindern mit Bewegungseinschränkungen die Möglichkeit, entspannt in einer gesunden Haltung zu sitzen oder zu liegen und dabei Fehlhaltungen zu korrigieren. Kinderpflegebetten erleichtern die Therapie für Eltern und Angehörige im Alltag.

Zum Aufbau von Muskeln und zum Training für Koordination und Ausdauer gibt es auch Bewegungstrainer oder sogar Therapiefahrräder in Kindergrößen. Weitere orthopädische Hilfsmittel können etwa Prothesen und Orthesen sowie Bandagen sein.

Bei allen Hilfsmitteln, die für Kinder gedacht sind, steht besonders die Sicherheit im Fokus sowie leichte Materialien und eine kindgerechte, unkomplizierte Handhabung.“

Kinderhilfsmittel