Was esse ich da eigentlich?

Mit Lebensmittelkennzeichnung auf der sicheren Seite

Die Gesellschaft sagt „Zucker ist pures Gift“, mein Arzt rät mir, weniger Salz zu essen. Wenn man durch den Supermarkt geht, weiß man schon nicht mehr, was man sich in den Einkaufswagen legen soll bzw. darf. Gerade für Menschen mit Unverträglichkeiten, Allergien oder Erkrankungen, die eine bestimmte Ernährungsweise voraussetzten, sind Angaben auf den Verpackungen nicht selten lebensnotwendig.

Bereits seit Dezember 2016 besteht auch für uns in Deutschland die europäische Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Diese Verordnung gilt verpflichtend für alle Hersteller, die in Deutschland vorverpackte Lebensmittel vertreiben wollen.

Einige Ausnahmen gibt es allerdings auch von dieser Regel. So sind unverarbeitete Lebensmittel, wie Fleisch, Zucker, Meersalz oder Kaffee nicht zwingend zu kennzeichnen. Auch bei Artikeln, bei denen die Nährwerte nicht kaufentscheidend für den Verbraucher sind, sowie bei Verpackungen, die zu klein sind, um die Kennzeichnung gut leserlich darzustellen (< 25 cm²), sind diese Kennzeichnungen nicht notwendig.

Aber welche Angaben müssen auf den Verpackungen zu finden sein?

Die Nährwertkennzeichnung macht Angaben zu den bestimmten Nährstoffen, die in den Produkten enthalten sind. Dazu zählen laut der LMIV folgende Angaben:

  • Brennwert in Kilojoule (kj) und Kilokalorien (kcal)
  • Fettgehalt in g (Gramm)
  • Gehalt an gesättigten Fettsäuren in g
  • Kohlenhydrate in g
  • Zuckergehalt in g
  • Eiweißgehalt in g
  • Salzgehalt in g

Darüber hinaus steht es dem Hersteller frei, die Liste um folgende Punkte zu ergänzen:

  • Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren in g
  • Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren in g
  • Gehalt an mehrwertigen Alkoholen in g (hierbei handelt es sich nicht um Alkohole, wie wir sie kennen, sondern um sogenannte Zuckeralkohole. Diese werden oft als Zuckeraustauschstoff eingesetzt – bspw. Xylit oder Sorbit)
  • Stärkegehalt in g
  • Ballaststoffgehalt in g
  • Vitamine und Mineralstoffe in Milligramm (mg) bzw. Mikrogramm (µg)

Das Zutatenverzeichnis: Pflicht oder Kür?

Laut der LMIV zählt das Zutatenverzeichnis zu den Pflichtangaben auf zu kennzeichnenden Lebensmitteln. Allgemein müssen die Zutaten hier lediglich aufgelistet werden. Nur jene Lebensmittel, die entweder im Namen des Lebensmittels vorkommen oder durch Wort oder Bild auf der Verpackung hervorgehoben werden, müssen mit prozentualer Mengenangabe versehen werden. Lebensmittel, die Allergien auslösen können, wie Nüsse oder Soja, müssen entweder durch Fettdruck, Großbuchstaben oder beides hervorgehoben werden, sodass das Risiko für den Verbraucher minimiert wird.

Neben diesen Angaben zum Lebensmittel an sich gibt es noch einige andere Angaben, die der Hersteller auf seinem Produkt zu vermerken hat:

  • Mindesthaltbarkeitsdatum bzw. Verbrauchsdatum
  • Name und Anschrift des Lebensmittelunternehmens
  • Bezeichnung des Lebensmittels
  • Nettofüllmenge

Zusätzlich ggf.:

  • Ursprungsland oder Herkunftsort
  • Gebrauchsanleitung
  • Einfrierdatum

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Auch vorher gab es Regelungen über die Angaben auf den Verpackungen. Jedoch haben die Anforderungen der Kunden, sich zu informieren, was sie essen, geändert.

Durch die Pflicht der Lebensmittelkennzeichnung auf der Verpackung, kann der Kunde nun Vertrauen fassen: Es ist wirklich drin, was draufsteht!