Wundversorgung – Patient*innen-Edukation beim Verbandwechsel

Ein wichtiger Teil der korrekten Wundversorgung und -pflege ist der Verbandswechsel.

Dieser muss durch die Patient*innen oftmals selbstständig zu Hause durchgeführt werden. Wird die zu versorgende Person nicht sachgerecht angeleitet, kann die Wundheilung erheblich beeinträchtigt werden. Pflegekräfte werden daher dazu angehalten, ihre Patient*innen ausführlich in die richtige Durchführung einzuweisen. Dazu zählen umfassende Informationen, Beratung und Anleitungen, die sich speziell und zielgerichtet auf die Wundart der Patientin oder des Patienten beziehen und die weiteren Therapiemaßnahmen sowie Behandlungsziele kommunizieren. Hierbei ist eine leicht verständliche Ausdrucksweise (keine Fachsprache!) und Empathie gefragt. Ziel sollte es sein, die Person gegenüber im Umgang mit seiner*ihrer Krankheit zu unterstützen und nicht zu verunsichern. Dazu gehört auch, ein ruhiges Umfeld ohne Störgeräusche wie Radio oder TV während des Anleitens zu schaffen.
Fragen Sie ruhig nach, ob bereits Vorkenntnisse vorhanden sind, um so eine angemessene Kommunikationsgrundlage zu finden.

Für die Anleitung sind bestimmte frühzeitig einzusetzende Edukationsstrategien sinnvoll, denn nicht immer ist das Vorgehen für jede*n leicht verständlich.

Hinzu kommen teils starke Schmerzen durch den Verbandswechsel, Depressionen, Frustration, Angst, Kommunikationsprobleme, nicht einsichtige Angehörige, oder sonstige Schwierigkeiten, die den Ablauf verkomplizieren können. Schaffen Sie also zunächst eine vertrauensvolle Basis – dies reduziert im Verlauf das Risiko von zwischenmenschlichen Komplikationen, wodurch die Chancen für einen Behandlungserfolg insgesamt steigen. Wenn die Chemie ganz und gar nicht stimmen sollte, kann darüber nachgedacht werden, die weitere Versorgung an eine Kollegin oder einen Kollegen abzugeben.

Eine gemeinsame Zielsetzung und ein strukturierter Ablaufplan sind sehr wichtig.

Patient*innen sollte klar sein, unter welchen Umständen sie sich schnellstmöglich melden sollten, welche Wundreaktionen normal sind und in welchen Abständen reguläre (Kontroll-)Termine vereinbart werden. Zögern Sie nicht, „Hausaufgaben“ aufzugeben – Beobachtungen, die von der Wunde gemacht wurden, können beispielsweise aufgeschrieben werden. Erfolgreich erfüllte Lernziele helfen Patient*innen dabei, das eigene Vertrauen zu stärken und sich weniger hilflos oder unwissend zu fühlen. Wiederholen Sie zum Anfang eines jeden Termins besprochene Inhalte. Erklären Sie, wie Wundheilung funktioniert und warum die Therapiemaßnahmen helfen, damit keine eigenmächtigen Entscheidungen getroffen werden. Dazu zählt beispielsweise die Klarstellung, dass – entgegen der Annahme vieler Menschen – die Wunde keine Luft benötigt, um zu heilen oder auch, dass kein Leitungswasser zur Wundspülung verwendet werden darf. Am Ende einer Sitzung sollte außerdem genug Zeit eingeplant werden, offene Fragen zu klären.

Unter https://www.wundzentrum-hamburg.de/ finden Sie Broschüren zum kostenlosen Download über Wundwissen, die sehr hilfreich für Patient*innen und Angehörige sein können.

Wunde am Rücken